Magdeburg. In der vergangenen Zeit hat die Polizei mehrere Fälle einer Trickbetrugsmasche registriert, die schon lange als "ausgestorben" galt.

Bei dieser spreicht ein "alter Bekannter" Personen auf der Straße an und wickelt sie im Verlauf des Gesprächs derart ein, dass die ahnungslosen Passanten – meist handelt es sich um Senioren – den Trickbetrüger mit in ihre Wohnung nehmen. Meist gibt sich der Täter als Freund aus der Schule oder ehemaliger Arbeitskollege aus.

Kaum ist das Eis gebrochen und durch das "freudige Wiedersehen" das Vertrauen hergestellt, versucht der Täter Geschenke in Form von Lederjacken oder Pelzmänteln an die Opfer zu bringen. Die billigen Kunstlederprodukte werden dann, obwohl zuvor als Geschenk deklariert, zu völlig überteuerten Preisen an die Opfer verkauft. (bema)

Polizeisprecher Marc Becher: "Immer wieder zeigen uns aktuelle Beispiele, dass gerade Senioren, aber auch jüngere Menschen, nicht Opfer von Gewalttaten, sondern Opfer mieser Betrüger werden." Die Polizei hat daher eine Liste von Sicherheitshinweisen zusammgestellt.



  • Lassen Sie niemanden in Ihre Wohnung bzw. vertrauen Sie niemandem, den Sie nicht ganz genau kennen. Unsere Trickbetrüger kennen diese Hinweise auch, sie gehen mit der Zeit und lassen sich zu alten Tricks immer wieder neue Varianten einfallen: "Erinnern Sie sich nicht an mich..."

  • Fremde Menschen machen Ihnen ein schlechtes Gewissen, reden Ihnen ein schwaches Gedächtnis ein, um Sie in Sicherheit zu wiegen und um eventuell in Ihre Wohnung gebeten zu werden. Manche verzichten ganz und gar auf den Besuch bei Ihnen und wollen das Geschäft mit Ihnen gleich auf der Straße oder dem Autobahnparkplatz machen. Mit Wildfremden würden Sie sicher keine Geschäfte machen, aber wenn Ihnen dieser Unbekannte weismacht, dass Sie gemeinsam im Krankenhaus oder im Urlaub waren oder es sich sogar um einen ehemaligen Kollegen handelt, ist man doch eher dazu bereit.

  • Sonderangebote und "Schnäppchen" faszinieren jeden von uns und besonders, wenn man mit dem Kauf noch jemandem einen Gefallen tun kann. So eine besonders günstige Gelegenheit, kann schnell zum Fiasko werden, wenn es sich um gestohlene, geschmuggelte oder um "Blender-Ware" handelt. "Blender-Ware", meist Lederwaren, Markenbekleidung, Uhren und Schmuck, sehen oft nur so aus, als ob... Meist als Messeware, für die man nicht noch einmal Zoll bezahlen braucht, zum ∏ Preis oder für noch weniger angeboten, ist sie immer zu teuer bezahlt.

Folgende Tipps sollten beachtet werden:


  • Besucher vor dem Öffnen der Tür ansehen (Türspion, Fenster), Türsprechanlage benutzen.
  • Tür immer nur mit vorgelegtem Sperrbügel öffnen.
  • Keine Fremden in die Wohnung lassen oder mitnehmen.
  • Bei unbekannten Besuchern Nachbarn hinzuziehen oder Besucher zu späterem Termin wiederbestellen, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist.
  • Gegen zudringliche Personen, auch Besucher an der Wohnungstür notfalls auch energisch wehren (laute Ansprache, Hilferuf).
  • Seien Sie misstrauisch, wenn Ihnen teure Sachen zu Niedrigpreisen angeboten werden, verzichten Sie lieber mal auf so ein günstiges Angebot.
  • Schauen Sie sich die Ware genau an. Falls Sie Gravuren oder Kennzeichnungen bemerken, die der Verkäufer nicht erklären kann, lehnen Sie den Kauf ab.
  • Fragen Sie - insbesondere bei Schmuck oder Lederwaren - Fachleute, die die Qualität der Ware einschätzen können.
  • Verlangen Sie vom Verkäufer einen Eigentumsnachweis. Notieren Sie sich seine Personalien, auch die Pass- oder Personalausweisnummer.
  • Seien Sie misstrauisch, wenn Ihnen Waren aus Konkursmasse oder Messewaren zu Niedrigstpreisen angeboten werden. Manches stammt aus dubiosen Quellen und Sie geraten schnell in den Verdacht der Hehlerei. Das bedeutet dann Verlust der Ware und empfindliche Strafen.
  • Viele Opfer, die auf dubiose Angebote hereinfallen, fühlen sich zwar betrogen, halten diesen Betrug aber nicht für strafbar oder fürchten die Mühe oder auch die Blamage einer Strafanzeige.
  • Melden Sie der Polizei, wenn Sie Zweifel an den Geschäftemachern oder deren Waren haben.