Magdeburg l Es rieselt und bröckelt an vielen Stellen der Stadt: Während an anderen Stellen in den vergangenen Jahren saniert wurde, waren andere Gebäude dem Verfall preisgegeben. Magdeburgs Baubeigeordneter Dieter Scheidemann sagt: "Viele von den Häusern sind Baudenkmale und befinden sich an städtebaulich bedeutsamen Stellen." Nach einem Stadtratsbeschluss soll die Verwaltung - beginnend in Sanierungs-, Entwicklungs- und Erhaltungsgebieten in Buckau, Südost, Neustadt, Leipziger Straße und Sudenburg - ein Kataster mit sogenannten Schrottimmobilien erstellen. Ein Begriff, der auch von Stadträten kritisiert wird, der sich aber in der Literatur und in anderen Städten mit ähnlichen Projekten eingebürgert hat.

Im Bauausschuss wurde das Konzept vorgestellt: Für die Gebäude werden Punkte zum Beispiel für den städtebaulichen denkmalschützerischen Wert, für Zustand und Sicherheit vergeben. Je mehr Punkte, desto höher der Handlungsbedarf. Durchexerziert wurde dies bislang für 75 Häuser in Buckau. Dieter Scheidemann: "Wichtig ist, die Aufgaben zum Beispiel der Baubehörden und des Ordnungsamtes zu koordinieren."

Oberstes Ziel: der Erhalt der Gebäude. Das Kataster werde dazu diesen, individuelle Handlungsempfehlungen zu entwickeln und mit Eigentümern ins Gespräch zu kommen, ihnen gegebenenfalls Unterstützung angedeihen zu lassen. Dazu soll das neue Kataster mit möglichst objektiven Beurteilungen ein Werkzeug werden.

Was übrigens das abgebildete Haus in der Sternstraße angeht, so seien der Kommune die Hände gebunden. Dieter Scheidemann: "Dies zu unserem Ärger und dem der Nachbarn. Aber die baupolizeilichen Auflagen sind hier vom Eigentümer erfüllt worden - wir können die Sanierung nicht erzwingen."

Haus und Grund hatte im November in der Volksstimme kritisiert, dass 30 Häusern in der Stadt der Abriss drohe und ein Handeln seitens der Stadt angemahnt.

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