Auch in Magdeburg gedachten Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der Opfer des Nationalsozialismus. Sie legten am Mahnmal am KZ-Außenlager "Magda" in Rothensee Blumen nieder.

Von Stefan Harter

Rothensee l Oberbürgermeister Lutz Trümper und der Staatssekretär im Innenministerium, Prof. Ulf Gundlach, haben gestern Vormittag aus Anlass des bundesweiten Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus am Mahnmal des KZ-Außenlagers "Magda" in Rothensee einen Kranz niedergelegt. Gemeinsam mit Vertretern der politischen Parteien, der Jüdischen Gemeinde sowie der Evangelischen und Katholischen Kirche erinnerten sie an die NS-Opfer in Magdeburg.

"Alljährlich gedenken wir heute all jener, die in unserer Stadt durch das nationalsozialistische Regime zu Tode gekommen sind", erklärte der Oberbürgermeister. Die Tatsache, dass es in Magdeburg Außenstellen von Konzentrationslagern und Zwangsarbeit gab, sei viele Jahre aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt worden. "Mit dem Mahnmal ¿Magda\' haben wir den Menschen, die in diesen Lagern gequält und ermordet wurden, ein Denkmal gesetzt. Die Erinnerung an dieses Kapitel Stadtgeschichte ist Teil der Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit, der wir uns nicht entziehen wollen", so Trümper.

In der Nähe des ehemaligen Lagers "Magda", in der Rothenseer Havelstraße/Ecke Heinrichsberger Straße wurde am 26. Januar 2001 das von dem Metallplastiker Peter Hinz und dem Schriftsteller Jürgen Rennert geschaffene Mahnmal enthüllt. Es erinnert an das KZ-Außenlager "Magda", das sich 1944/45 in unmittelbarer Nachbarschaft befand. Ab Juni 1944 waren 2170 zumeist ungarische Juden des Konzentrationslagers Buchenwald in das KZ-Außenlager "Magda" Rothensee überführt und zur Schwerstarbeit für die Braunkohle-Benzin AG (BRABAG) gezwungen worden. Bis zu seiner Auflösung im Februar 1945 kamen 550 Häftlinge ums Leben.

Am Nachmittag erinnerte der Stadtverband der Linken an der KZ-Außenstelle in der Liebknechtstraße ebenfalls an die Opfer des NS-Regimes.