Die Magdeburger Wohnungsgenossenschaft (MWG) greift für ihr drittes Neubauprojekt in Alte Neustadt tief in die Tasche. Für 18 Millionen Euro werden in den kommenden drei Jahren mehr als 100 Wohnungen entstehen. Größtes Pfund: Das "Familiendorf" liegt genau zwischen Schule und Kita.

AlteNeustadt l Mama schaut aus dem Küchenfenster und winkt ihrem Kind noch einmal zu, wenn es die wenigen Schritte bis zur Schulpforte läuft. So ähnlich malt es sich MWG-Vorstand Thomas Fischbeck aus, wenn voraussichtlich 2017 der ehemalige Schulsportplatz an der Pappelallee überbaut worden ist und über 100 Familien ein neues Zuhause gefunden haben werden. Öffentlich ist das Vorhaben bis jetzt noch gar nicht gewesen, dennoch gebe es bereits gut 30 Anfragen für die Wohnungen.

Der Grund liegt auf der Hand und ist aus Sicht der Genossenschaft ein unschlagbarer Vorteil. Das "Familiendorf am Park", wie Fischbeck das Projekt nennt, entsteht genau zwischen der Grundschule "Im Nordpark" und der Kita "Am Nordpark". Das Credo "kurze Beine, kurze Wege" bekommt hier neue Bedeutung. Die Kita und den Hort hat die MWG in einer für eine Genossenschaft ungewöhnlichen Aktion bereits übernommen und hält Plätze für die eigenen Mieter vor.

Nach Projekten in der Moldenstraße und der Küferstraße (Fertigstellung im kommenden April) wird das "Familiendorf" das dritte Neubauprojekt in der Alten Neustadt. Die Nähe zum Stadtzentrum und zur Uni sowie der Nordpark zählt Fischbeck zu den Gründen, warum sich die MWG besonders in diesem Stadtteil, in dem sie auch ihren Hauptsitz hat, engagiert. "Wir sind gut verzahnt in Alte Neustadt. Das Projekt zeigt, wie wichtig uns der Stadtteil ist", erklärt der MWG-Vorstand.

Viergeschossig mit einem fünften Staffelgeschoss sollen die Häuser sein. Bereits im Mai soll voraussichtlich für das erste der fünf Gebäude an der Großen Weinhofstraße Baustart sein, für das übrige Gelände wird derzeit noch ein Bebauungsplan aufgestellt. Die Zufahrt für den Wohnkomplex erfolgt über die Pappelallee und die Weinhofstraße. Die Wohnungen werden behindertengerecht und mit einem Aufzug erreichbar sein. Passend zur Zielgruppe Familie werden die meisten Wohnungen drei oder vier Räume haben, die Kaltmiete soll im Schnitt bei 8,50 Euro liegen.

Von den 18 Millionen Euro, die investiert werden, stammen gut 80 Prozent aus den Spareinlagen der Genossenschaft. "Hier sehen sie, was mit ihrem Geld passiert", meint Fischbeck. Ihm schwebt vor, den Genossenschaftsgedanken weiterzutragen: Der Kita-Spielplatz soll nachmittags den Familien offenstehen, ältere Mieter könnten in die Kita gehen und von früher erzählen.

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