Magdeburg l "Die Ausbildung des Zaunes ist sehr gewöhnungsbedürftig", leitete FDP-Fraktionschef Hans-Jörg Schuster zur jüngsten Ratssitzung vorsichtig eine Anfrage ein, die er im Auftrag seiner Fraktionskollegin Carola Schumann vorbrachte. Sinngemäß lautete sie: Soll das etwa so bleiben? Der Stein, pardon, der Zaun des Anstoßes steht am Schleinufer und umgrenzt etwa 6400 Quadratmeter Fläche, auf der ein Garten wachsen soll, der schon vielmehr den Namen Park verdiente. Darüber klärt Christel Dost, Leiterin des noch jungen und durchaus repräsentativ wirkenden Demenz-Zentrums Vitanas, das nach jahrelangem Stillstand dem Baudenkmal alte Reichsbahndirektion zu neuem Leben verholfen hat. Der Garten für dessen Bewohner braucht eine Umgrenzung. Nur muss sie so aussehen?

Den "schönsten Bauzaun der Stadt", nennt Wolfgang Wähnelt (Grüne) das Bauwerk. Er selbst ist Architekt. "So könnte man vielleicht einen Kiefernwald einhausen", legt der Liberale Schuster nach, seines Zeichens vom Denkmalfach. Als der Baubeigeordnete Dieter Scheidemann (parteilos) die Wogen gerade glätten will - es seien ja noch Anstrich und Bepflanzung geplant - fährt ihm sein Chef in die Parade. Auch Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) findet keinen Gefallen am Zaun und bekennt sich zu einer gewissen Sprachlosigkeit, als er um Weihnachten herum zum ersten Mal sah, "was die da Schönes gebaut haben". Trümpers Urteil: "Das kann so definitiv nicht bleiben!" Christel Dost ist etwas empört über die Zaundebatte im Rat. "Ich finde es unangemessen, sich so über etwas zu äußern, das noch nicht fertig ist. Wir haben hier schon so viel geschafft." Mit dem Denkmalschutz sei auch der Zaun abgestimmt und in der Tat noch ein Anstrich geplant: Grau. Vorstellbar, so Dost, sei aber auch eine künstlerische Gestaltung mit Graffiti - wenn der Denkmalschutz mitspiele und auch zum Schutz vor illegaler Schmiererei. Von innen wird eh alles grün. Christel Dost: "Sehen Sie sich das im Frühjahr, Sommer noch mal an."