Magdeurg l Vor knapp einem Jahr ging die Verwaltung an die Öffentlichkeit und bot ihr beliebtestes Strandbad auf dem Präsentierteller an. Für mindestens 1,5 Millionen Euro sollten Strand und Campingplatz den Besitzer wechseln. Doch der Verkaufsversuch scheiterte. Zwar hatten sich mehrere Bewerber auf das Angebot gemeldet. Doch mit seinem Konzept konnte keiner von ihnen die Stadtverwaltung und die Stadträte überzeugen. In nicht-öffentlicher Sitzung beendete der Stadtrat die Ausschreibung sang-, klang- und ergebnislos.

Aus Sicht der Verwaltung fehlte allen eingereichten Offerten für das Strandbad ein vernünftiges Nutzungs- und Gestaltungskonzept. Dieses sollte mit Plan und Beschreibung entsprechend den im Exposé formulierten Anforderungen vorgelegt werden, erklärt Rathaussprecher Michael Reif auf Volksstimme-Nachfrage. Die von den Bietern eingereichten Unterlagen konnten aber nicht als das von der Stadt geforderte "räumliche Gesamtkonzept" gewertet werden. "Insbesondere wurde in keinem der eingereichten Angeboten eine gestalterische investive Aufwertung des Strandbades dargestellt", erläutert Reif weiter. Und ein bloßer Abverkauf des Grundstückes sollte eben nicht stattfinden.

Ein erneuter Versuch, das Badeparadies gewinnbringend an den Mann zu bringen, wird in den nächsten zehn Jahren jedoch nicht unternommen. Denn die Ratsherren beschlossen auch, dass erst nach dem Auslaufen des Pachtvertrags mit dem Campingverein "Barleber See" e.V. der Verkauf erneut auf die Agenda kommt. Der Verein betreibt den Platz neben dem Strandbad mit 650 Parzellen für Dauercamper und 220 Stellflächen für Kurzzeitcamper. Dieser Vertrag endet eigentlich bereits in zwei Jahren. "Der Campingverein besitzt jedoch ein Optionsrecht zur Verlängerung des Pachtvertrages bis 2023", erklärt Michael Reif.

"Und diese Option werden wir auch ziehen", stellt Helmut Bresch, Vorsitzender des Campingvereins, gestern im Volksstimme-Gespräch klar. Der Verein selbst war auch einer der Bewerber für den Verkauf, wie er bestätigt. Wie es jetzt weitergehen soll, ist für ihn und die anderen Camper unklar. "Nein sagen ist das eine. Aber wie wird nun der Investitionsstau abgetragen?", wundert er sich.

Denn in diesem Punkt war die Stadt bei ihrem Angebot offen. Neben dem Kaufpreis hätten Sanierungskosten in geschätzter Höhe von 2,5 Millionen Euro auf den neuen Eigentümer gewartet. Da es den nun nicht gibt, bleibt die Stadt vorerst auf den Kosten sitzen. Für dieses Jahr seien auch keine größeren Investitionen im Haushalt eingeplant, bestätigt Michael Reif. Kleinere Maßnahmen wie Reparaturen werden im Rahmen der Saisonvorbereitung derzeit erst noch geplant.

Helmut Bresch erwartet nun aber dennoch Taten. "Warum würde man das Strandbad erst runterwirtschaften wollen. Dann kommt in zehn Jahren auch keiner mehr", sagt er. Der Campingverein sei stets bereit, sich an möglichen Konzepten zur Weiterentwicklung zu beteiligen. Das Strandbad müsse am Leben erhalten werden. Sonst gebe es bald für 3,50 Euro ein Stückchen Liegewiese und mehr nicht, so Bresch. "Wir sind jederzeit zu Verhandlungen bereit", erklärt er.

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