Magdeburg l Wie am Montag vermeldet, haben die Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) am Wochenende auf den Linien 51, 55 und 56 anstelle von Bussen Taxis eingesetzt. Ein Grund ist ein hoher Personalbedarf aufgrund des Schienenersatzverkehres zum Barleber See und in den Herrenkrug auf den vom Hochwasser beschädigten Strecken. Hier wird es noch Monate dauern, bis die Straßenbahnen wieder rollen können. Hinzugekommen ist aber auch wieder ein hoher Krankenstand. Und zwar "weit über das übliche Maß hinaus, den kein wirtschaftlich agierendes Unternehmen hätte kompensieren können", wie MVB-Sprecherin Juliane Kirste sagt.

Allerdings muss das kommunale Unternehmen auch mit einem generellen Mangel an Fahrern zurechtkommen. Ein Problem, das seit Monaten Thema ist. Und das, obwohl die MVB im vergangenen Jahr mehr als 30 Fahrer eingestellt haben. Zur Gesamtzahl der Mitarbeiter möchte die Sprecherin auf Volksstimme-Nachfrage zwar keine Aussage machen, sagt aber: "Wir konnten zehn Prozent unseres Fahrpersonals für Bus und Bahn neu besetzen." Demnach müsste sich die Zahl der Fahrer um 300 bewegen.

Die MVB bilden derzeit zwar weiter Straßenbahnfahrer aus. "Im Busbereich konnten noch nicht alle Planstellen besetzt werden, da wir keine Busfahrer ausbilden können und es nicht genügend ausgebildete Busfahrer auf dem Arbeitsmarkt gibt."

Magdeburger Verkehrsbetriebe verweisen auf Tarif

Zum Vorwurf schlechter Bezahlung und Arbeitsbedingungen verweist sie auf die geltenden Tarifverträge. Zu diesen hatte es zwar 2013 sowohl bei MVB als auch beim Tochterunternehmen MVG Arbeitsniederlegungen gegeben - aber am Ende eben auch einen Tarifabschluss. "Die MVB halten alle gesetzlichen und tariflichen Vorschriften ein. Bei uns werden entgegen der Aussage bei Facebook alle Stunden bezahlt", so die MVB-Sprecherin. Dass keine ausgebildeten Busfahrer gefunden würden, sei ein Problem in der gesamten Branche - nicht allein für die MVB.

Eine gute Resonanz habe es derweil auf eine neuerliche Initiative gegeben, Aushilfsfahrer zu binden. Diese sollen zum Zuge kommen, wenn zum Beispiel Sonderfahrten zum Fußball fällig sind. Oder wenn ein hoher Krankenstand zu verzeichnen sei. Mit Blick aufs vergangene Wochenende scheinen die Aushilfen nicht auszureichen - trotz eines laut MVB gesunkenen Krankenstands und der Hoffnung, dass das neue betriebliche Gesundheitsmanagement den Gesundheitszustand der Mitarbeiter weiter verbessern möge.

Der Wunsch der MVB sei, nur in Ausnahmefällen Taxis als Bus-Ersatz fahren zu lassen. Juliane Kirste: "Dies geschieht nur am Stadtrand und in der Regel bei von wenigen Fahrgästen genutzten Fahrten. Dadurch können auch auf den anderen, stärker nachgefragten Linien die im Fahrplan veröffentlichten Fahrten garantiert werden." Mit Taxis werde die gesetzliche Beförderungspflicht im Gesamtnetz eingehalten.

Bei Schwierigkeiten - Leser hatten von ausgefallenen Fahrten berichtet - ist der MVB-Kundendienst unter Telefon 0800/548 12 45 zuständig.