Mit summendem Geräusch steuerte erstmals am 27. April vor 30 Jahren eine Straßenbahn Neu-Olvenstedt an. An das Jubiläum soll ein Fest erinnern.

Neu-Olvenstedt l 15 Pfennige sind für eine Fahrkarte zu entrichten. Und schon kann die Fahrt vom Hauptbahnhof in das neugeschaffene Neubaugebiet beginnen, in dem zu diesem Zeitpunkt die Bauphasen der Wohnblöcke im Industriebaustil eifrig voranschreiten. Am 27. April setzt sich erstmals ein Tatrawagen der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) in das Wohngebiet im Westen der Stadt in Bewegung. "Wenige Tage vor dem 1. Mai wurde der Streckenabschnitt nach Olvenstedt nach nur zweieinhalbjähriger Bauzeit fünf Monate vorfristig in Betrieb genommen", heißt es damals seitens der MVB. Zunächst wird die Linie 12 bis Olvenstedt verlängert, ab Juni dann auch die Linie 8. Im Dezember kommt die Berufsverkehrslinie 13 "Olvenstedt-Barleber See" hinzu, so Ralf Kozica von der Interessengemeinschaft Historischer Nahverkehr Straßenbahnen bei den MVB (IGNah). Damit sind 1985 13 Straßenbahnlinien im Einsatz.

Neun Kilometer umfassen die Bahngleise auf der Strecke zwischen Olvenstedter Platz und dem Klinikum Olvenstedt. Mit der Netzerweiterung erschließen die MVB das Gebiet zwischen Immermannstraße (Stadtfeld-Ost) bis zur Birkenallee (Alt-Olvenstedt). "Ein langersehnter Wunsch der inzwischen zahlreichen Bewohner ist nun Realität", erinnert sich Hubert Rauch. Seit Herbst 1983 wohnt er mit seiner Familie im Bruno-Taut-Ring, Vermieter ist damals die Arbeiter-Wohnungsbaugenossenschaft (AWG) "Otto von Guericke". Von einem Abraumberg, der sich dort befindet, wo heute der Fußgängerüberweg zum Olvenstedter Scheid einmündet, hält der Hobbyfotograf seine Eindrücke in Fotos fest. Wie er gelangen viele der Bewohner Olvenstedts zu ihren Betrieben zum Beispiel im Südosten der Stadt, wo sich unter anderem das Schwermaschinenbaukombinat "Ernst Thälmann" (SKET) befindet, fortan mit der Straßenbahn.

An das Jubiläum soll ein Fest erinnern, so der Wunsch der Arbeitsgruppe Gemeinwesenarbeit (GWA) Neu-Olvenstedt. Details dazu sollen beim nächsten Treffen abgesprochen werden. "Die Straßenbahnverbindung zeigte, für wie wichtig das Wohngebiet angesehen wurde", so GWA-Sprecher Matthias Gehrmann während der zurückliegenden Zusammenkunft der Gruppe.

   

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