Altstadt (kt) l Ihren Bildband "Schöne Grüße aus der DDR. Fotografien 1975-1989" stellen der Fotograf Dieter Riemann und der Autor Roman Grafe am heutigen Donnerstag (13. Februar) um 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek am Breiten Weg vor. Riemann zeigt vorwiegend absurde Bilder aus den letzten 15 Jahren des "real existierenden Sozialismus´": leere oder karikierend gefüllte Schaufenster, Durchhalteparolen, ein ausgezehrtes Land. Der Fotograf hat solche Szenen u. a. in Berlin, Saßnitz, Fürstenwalde, Stralsund, Rostock und Tangermünde festgehalten. Die Bilder - präzise, eingängig, ikonenartig - geben Einblick in eine untergegangene Welt, die bis heute nachwirkt.

Die Kommentare zum Bildband hat Roman Grafe verfasst, der im zweiten Teil der Veranstaltung auch Texte aus seinem älteren Sammelband "Die Schuld der Mitläufer" vortragen wird.

Dietmar Riemann, geb. 1950 in Hainichen, studierte an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst Fotografie. Bekannt wurde er mit Ausstellungen und Buchveröffentlichungen, u.a. durch den damals aufsehenerregenden Bildband mit dem Schriftsteller Franz Fühmann "Was für eine Insel in was für einem Meer - Leben mit geistig Behinderten", der 1986 erschien. Im gleichen Jahr stellte Riemann seinen Ausreiseantrag. Roman Grafe, geb. 1968, arbeitet als Autor und Journalist u.a. zur Geschichte der innerdeutschen Grenze. Jüngst fand seine Kritik am Umgang mit der Geschichte der DDR in einer Schule in Sachsen-Anhalt bundesweite Aufmerksamkeit.

Der Eintritt zur Lesung ist frei.