Magdeburg l Während für diesen Freitag mit Spannung die (nicht öffentliche) Präsentation dreier Interessenten für die Nachnutzung der Hyparschale im Rathaus erwartet wird, beschwört seit Dienstagabend eine Ausstellung mit dem Titel "HyparAktiv" im City Carré das Wiederaufleben der Mehrzweckhalle im Stadtpark.

Studenten verschiedener Fachrichtungen der Otto-von-Guericke-Universität haben in einem Projektseminar in Zusammenarbeit mit Innenarchitektur-Studenten der Hochschule Rosenheim (Bayern) neue Nutzungskonzepte für das einzigartige Bauwerk entwickelt.

"Ich hoffe, dass die Hyparschale wieder zum Leben erweckt wird. Eine der Ideen wird bestimmt umgesetzt werden können", glaubt Uni-Rektor Jens Strackeljan. Auch Jens Hitzeroth, Vorsitzender des Magdeburger Kuratoriums zum Erhalt der Hyparschale zeigt sich von einer Nachnutzung überzeugt: "Unsere Orientierung liegt auf einer sportlich-kulturellen Nutzung", sagte er gestern zur Eröffnung.

Doch ob Sportzentrum "Hypposport" - eine der studentischen Ideen, Schokoladenmanufaktur oder Indoorspielplatz: "Es wird ein Geldgeber gesucht, der aus Idealismus in die Hyparschale investiert", so Hitzeroth. Für schnelle Rendite eigne sich die Schale allerdings bekanntlich nicht.

Das untermauern auch die Projektanten des Uni-Seminars, das im Rahmen einer Existenzgründer-Initiative veranstaltet wurde. Sie mussten nicht nur Nutzungskonzepte schreiben, sondern auch Businesspläne aufstellen.

Im Blickpunkt des Seminars standen dabei vor allem zwei Ideen: ein Experimentarium sowie ein Kunst- und Designzentrum. Ersteres ist als wissenschaftliches Museum und Experimentierfeld ähnlich dem "Phaeno" in Wolfsburg zu verstehen. Auf zwei Ebenen könnte es samt Café, Auditorium und Workshopräumen eingerichtet werden. "Die Kostenschätzung beläuft sich auf sieben bis zehn Millionen Euro", rechnet BWL-Student René Heinemann vor. "Rechnen würde es sich nach 20 bis 25 Jahren", so seine Schätzung. Eintrittsgelder der Besucher - in der Hauptsache Schüler und Studenten - sollen für die Refinanzierung sorgen, so der Plan.

Das Kunst- und Designzentrum mit offenen Ateliers und viel Ausstellungsfläche hat hingegen Kreative im Blick, die sich Arbeitsräume mieten. Nach etwa 19 Jahren, so die Berechnung, könnte sich diese Investition voraussichtlich rentieren. Hier wie da gesucht: ein betuchter Investor oder eine Investorengruppe. Genau danach sucht aktuell auch einmal mehr die Stadt Magdeburg. Nach einer neuerlichen Ausschreibung befasst sich der Verwaltungsausschuss Ende dieser Woche mit den eingereichten Konzepten.

In den nächsten Wochen wird sich entscheiden, ob die Hyparschale tatsächlich eine Zukunft hat. Wie eine wiederbelebte Schale aussehen könnte, ist noch bis zum 22. Februar in der Ausstellung im City Carré zu sehen.