Magdeburg l Der wegen seiner Pfützen vermutlich hässlichste öffentliche Parkplatz Magdeburgs soll noch in diesem Jahr trockengelegt werden. OB Lutz Trümper (SPD) kündigte am Dienstag nach einem Ortstermin eine Lösung an.

Wie groß die Parkplatznot in dem Bereich rund um die Vorlandbrücke der Sternbrücke ist, lässt sich jeden Tag ablesen. Obwohl der Parkplatz nahezu vollständig mit Pfützen übersät ist, stellen dort täglich rund 300 Autofahrer ihre Karossen mitten im Schlamm ab, um sich anschließend durch den Matsch einen halbwegs trockenen Weg zum Ziel zu bahnen.

Fläche verschandelt neues Wohngebiet

Ein Zustand, der alles andere als neu ist. Schon 2006 kurz nach der Einweihung traten die Probleme auf. Ursache: Der Parkplatz durfte aus Naturschutzgründen nur mit einer Schotterschicht überzogen werden, weil schützenswerte Tiere gefunden worden waren. Seitdem errangen die Blaugeflügelte Ödlandschrecke und der Parkplatz als "Magdeburger Seenplatte" traurige Berühmtheit. Der Parkplatzbau gilt in dieser Form bis heute als eine Fehlinvestition.

Die Ödlandschrecke ist mittlerweile trotz der nur wegen ihr geforderten Schotterdecke nicht mehr nachweisbar. Zurück bleibt ein Parkplatz, der regelmäßig unter Wasser steht.

Nun ist eine Lösung in Aussicht. OB Lutz Trümper stapfte gestern höchstpersönlich mit dem Baubeigeordneten Dieter Scheidemann durch den Schlamm unter der Vorlandbrücke und musste erneut feststellen: Dieser Parkplatz ist unzumutbar. Trümper: "Es kann nicht sein, dass hier im Elbbahnhof ein schönes Wohngebiet entsteht und der Parkplatz als hässlicher Fleck alles wieder verschandelt."

Ratsentscheid soll rückgängig gemacht werden

Trümper schlägt deshalb vor, eine Stadtratsentscheidung rückgängig zu machen, um die Sanierung des Platzes zu beschleunigen. Beschlusslage ist, dass für die Parkplatzsanierung 2015 Fördermittel beantragt werden. Vorteil: Die Stadt spart Geld beim schätzungsweise rund 500000 Euro teuren Umbau, der sich aber wegen des Förderantrages auf unbestimmte Zeit verzögern könnte. "So lange will ich nicht warten. Mein Vorschlag: Wir ziehen den Förderantrag zurück und bauen auf eigene Kosten. Das könnte - wenn alles glatt läuft - sogar noch dieses Jahr passieren", so Trümper. Einen Haken hätte diese Variante aber doch: Baut die Stadt ohne Fördermittel, wird der Parkplatz mit 350 Stellplätzen anschließend gebührenpflichtig. Bei einer Förderung wäre das untersagt. Nun liegt die Entscheidung beim Stadtrat. Er muss über den Vorschlag befinden. Als Entscheidungsgrundlage soll ein Planer Kosten und Gestaltungsvorschläge vorlegen.