Magdeburg l Der deutsch-holländische Stoffmarkt zieht vom Domplatz auf den Alten Markt. Das bestätigte der Sprecher der IG Innenstadt, Arno Frommhagen, der Volksstimme. Mit der Standortentscheidung beenden die Händler auch eine Diskussion, die mit der Wahl des alten Standortes ausgelöst wurde.

Hintergrund: Der Stoffmarkt fand Anfang Oktober vergangenen Jahres zum ersten Mal in Magdeburg statt. Nahezu 3000 Leute schlenderten damals über den Domplatz. Das Resümee der Organisatoren war jedoch durchwachsen. Schöner Ort, zu wenig Besucher, so das Fazit damals. "Da ist noch Luft nach oben", sagte der Essener Veranstalter Marko Krstic. Zum Vergleich: In ähnlich großen Städten kommen oft bis zu 10 000 Menschen. Die Händlerkarawane ist bundesweit unterwegs. Von Bielefeld bis Kaiserslautern reisen die Gewerbetreibenden auf ihrer Tücher-Tour umher.

"Der Domplatz ist sehr schön. Aber auf dem Alten Markt sind einfach mehr Leute unterwegs", schätzt Frommhagen ein. Die Domplatz-Wahl der Tuchhändler war durchaus ungewöhnlich. Während kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte dort regelmäßig stattfinden, gilt unter Händlern der Alte Markt als erste Adresse. Mit der IG Innenstadt, der Gemeinschaft von 250 Unternehmern, hat dieser Austragungsort zudem einen mächtigen Interessenverband. Denn die Innenstadt-Händler wollen, dass auf dem Platz vor dem Rathaus regelmäßig Veranstaltungen stattfinden und so noch mehr Kunden zum Einkaufsbummel ins Magdeburger Zentrum kommen.

"Beide Seiten können von den Synergie-Effekten profitieren", sagt Marko Krstic vom Essener Tuchmarkt-Veranstalter Expo Concept. "Die Argumente der IG Innenstadt waren sehr überzeugend. Wir hoffen auf mehr Leute und optisch ist auch der Alte Markt sehr schön", sagt Krstic. Zugleich stellt der Essener Veranstalter aber klar, dass diese Entscheidung nicht endgültig sei, der Domplatz weiter eine Option bleibe. "Für uns ist auch der Alte Markt noch ein Überraschungsei. Aber mit Kooperationen wie der mit der IG Innenstadt haben wir auch in anderen Städten gute Erfahrungen gemacht", sagt Krstic.

Für die Magdeburger Veranstaltung am Sonnabend, 1. März, wird das Angebot deutlich aufgestockt. An mehr als 90 Ständen sollen Stoffe aus der ganzen Welt angeboten werden. "Wir legen viel Wert auf unsere Einzigartigkeit. Der Tuchmarkt wird kein Volksfest mit Bratwurstbuden", stellt Krstic klar. Bei der ersten Auflage war die Entscheidung für den Domplatz auch deshalb gefallen, weil der Alte Markt nicht genügend Platz bot. Nun soll eine ähnliche Lösung wie beim Wochenmarkt helfen, wo angrenzende Straßen gesperrt und die Händler über den Kernmarkt hinaus ihre Stände aufbauen können. "Jetzt müssen wir sehen, wie sich die Resonanz entwickelt. Das braucht auch Zeit. In anderen Städten haben wir Standorte über zwei Jahre aufgebaut", so Krstic. Die Aufgaben wollen sich IG Innenstadt und Tuchmarkt-Organisatoren unterdessen teilen. So organisieren die Magdeburger etwa die Plakatierung und kümmern sich um Genehmigungen bei den Behören. "Wir kennen die Leute vor Ort und wissen, mit wem wir reden müssen", sagt Frommhagen.

Der deutsch-holländische Stoffmarkt findet am Sonnabend, 1. März, in der Zeit von 10 bis 17 Uhr auf dem Alten Markt statt. Ein zweiter Termin steht mit dem 4. Oktober auch schon fest.