Magdeburg l Während bei "Moosmutzel" schon gefeiert wird, bangt man bei "Au clair de la lune" darum, nicht in ein paar Wochen auf der Straße spielen zu müssen. Denn der bilingualen Kita, in der derzeit noch in der Bandwirkerstraße knapp 80 Kinder betreut werden, wurde zum 30. April dieses Jahres das Mietverhältnis gekündigt. Die Wobau hatte das Objekt vor einiger Zeit verkauft. Der neue Eigentümer hat andere Pläne für das Haus als eine Kita, die Erzieher und Kinder müssen also umziehen.

So weit, so bekannt und nicht dramatisch. Denn auf der Suche nach einem geeigneten Objekt war der Kita-Trägerverein auf die Alte Diamant-Brauerei gestoßen, die von Rolf Onnen neu belebt werden soll. "Das war das einzige Objekt mit einer passenden Außenfläche", erklärt die Vorstandsvorsitzende von Träger- und Förderverein "Au clair de la lune", Andrea Transfeld. Sie war am Dienstagabend mit ihrer Stellvertreterin Elke Mähnz auf Einladung des SPD-Ortsvereins Nord im alten Brauhaus, um sich und ihre Einrichtung neugierigen Neustädtern vorzustellen.

Ihre Aussage "Anfang Mai wollen wir einziehen", ließ die Zuhörer aufhorchen. Auf einer Baustellenbegehung Ende Januar habe sie auch bereits Fortschritte im Inneren der Brauereigebäude feststellen können, berichtete Transfeld weiter. Doch ob in knapp zwei Monaten eine ganze Kita dort einziehen kann, vermochte sie nicht zu sagen. Der Einzige, der darüber Auskunft geben könnte, der gleichfalls eingeladene Rolf Onnen, fehlte. Trotz mehrfacherAnrufe auf dem Handy blieb er unentschuldigt fern. Gestern klärte sich sein Fernbleiben auf, wegen einer Flugverschiebung kam er erst 28 Stunden später aus dem Urlaub zurück. Angesprochen auf die vermeintliche Problemlage der Kita "Au clair de la lune" wollte er gestern nicht konkret werden. Es würde sich "etwas verzögern". Er befinde sich "mittendrin in einem Baugenehmigungsverfahren". Heute kommt ein Prüfstatiker vorbei, danach könne er voraussichtlich mit Fakten aufwarten. Somit bleiben die Kinder, Eltern und Erzieher noch im Unklaren, wann sie umziehen können.

Laut Andrea Transfeld habe der Eigentümer am alten Standort aber signalisiert, dass er sie nicht am 1. Mai vor die Tür setzen wird. "Wir hoffen auf einen möglichst schnellen Einzug und denken positiv", sagte Andrea Transfeld. "Und wo kann man sonst eine Kita nach seinen Wünschen und Vorstellungen mitgestalten", lobte Elka Mähnz zudem das Projekt.

Unzufrieden waren hingegen die knapp 50 Besucher der Veranstaltung. "Das war ein Schuss in den Ofen", kommentierte eine Dame, nachdem sie ihre Fragen nicht loswurde. Marco Ehlebe vom SPD-Ortsverein versicherte gestern aber eine Wiederholung des Treffens.