Magdeburg l Gut 60 geladene Gäste feierten am Donnerstag mit Kindern und Erzieherinnen die offizielle Eröffnung der Kita "Moosmutzel". Der Oberbürgermeister bekräftigte sein Versprechen: jedem Magdeburger Kind seinen Kita-Platz.

"Heute ist ein Tag, an dem wir uns nur freuen können", sagte Oberbürgermeister Lutz Trümper und kassierte auch in der Folge durchaus persönlich gemeintes Lob von vielen Seiten. Das Stadtoberhaupt hatte den Kita-Ausbau mitten in der Platzkrise zur Chefsache erklärt und unter anderem den Neubau dreier Häuser mit insgesamt 470 neuen Krippen- und Kindergartenplätzen im Eiltempo initiiert. Werner Theisen (Sozialministerium) überbrachte die Glückwünsche des Ministers und sagte: "Noch vor einem Jahr rechnete mancher mit einer Klagewelle von Magdeburger Eltern, die keinen Kita-Platz finden können. Das ist nicht eingetreten. Das ist Ihr Verdienst."

Nach unter einjähriger Bau- und Einrichtungszeit (April 2013 bis Januar 2014, rund acht Millionen Euro Gesamtkosten) haben Anfang des Monats alle drei neuen Kitas den Betrieb aufgenommen; die gestrige Eröffnungsfeier bei "Moosmutzel" (zwei weitere folgen kommende Woche) war mithin nur der offizielle Akt. Er gelang zu einer einstimmigen Lobeshymne aus offiziellen, aber auch aus Kindermündern. Die Bedingungen im ebenerdigen lichten Neubau sehen glänzend aus. Trümper verschwieg am Rande nicht, dass andere Kitas der Stadt unter weit schlechteren baulichen Umständen arbeiten. Ein großer Sanierungsakt ist mit Landesunterstützung in naher Aussicht. "Das macht uns aber auch große Probleme", räumte Trümper ein. Die aktuell rund 13000 Magdeburger Kita-Plätze sind belegt - kein Raum zur Aufnahme von Kindern aus Objekten in Sanierung. Trümper kündigte einen weiteren Ausbauakt an: "Wir werden noch drei weitere Häuser einrichten müssen."

Auch auf die anhaltende Kritik an einer anhaltenden Enge in den Kitas ging Trümper ein: "Wir brechen kein Recht, wir garantieren allen Eltern in Magdeburg, die es wünschen, einen Kita-Platz für ihr Kind. Das ist ein hartes Versprechen und wir müssen es halten, wenn´s hart auf hart kommt." Trümper lud einmal mehr Eltern mit Problemen bei der Platzsuche ein, bei ihm persönlich vorstellig zu werden. Fakt ist: In den drei neuen Kitas ist allerdings schon kein Platz mehr frei.

Zurück zum unwidersprochen freudvollen Anlass. Weil die drei neuen Kitas sämtlich nach Themen aus dem reichen Kinderliederschaffen des im Vorjahr verstorbenen Magdeburger Musikers Reinhard Lakomy benannt sind, war gestern "Lakys" Witwe Monika Ehrhardt-Lakomy Ehrengast zur "Moosmutzel"-Eröffnung. Sie zeigte sich gerührt und begeistert - vom Haus und umso mehr von dessen Namen: "Ich kann mir kein schöneres Denkmal für meinen Mann wünschen. Sicher sitzt er jetzt auf seiner Wolke und freut sich. Ich sage Dankeschön."

Jetzt übernahm Sylvia Liedtke die Regie: "Ich habe die Ehre, diese Einrichtung leiten zu dürfen." Die Kita-Chefin leitete das Festprogramm der Knirpse ein und die machten dem Namensgeber ihres neuen Hauses sogleich singend und tanzend alle Ehre. Sie brachten mit dem "Magdeburger Kind" den Festsaal zum Kochen und hatten auch den Lakomy-Hit von der "dicken Regenwolke" im Repertoire. Beifall, Jubel und ab - zurück ans nagelneue Spielzeug; die "Moosmutzel"-Kinder sahen gestern ganz schön glücklich aus.

 

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