Magdeburg l 137 Mal war die Freiwilligen Feuerwehr Olvenstedt im Jahr 2013 bei Einsätzen gefordert. Neben der Brandbekämpfung stand auch der Kampf gegen Wasser an. Bei der Jahreshauptversammlung war auch der Umzug ein wesentliches Thema.

Ein von Höhepunkten sowohl in positiver als auch negativer Hinsicht geprägtes Jahr haben die Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr hinter sich, fasst Wehrleiterin Annette Siedentopf das zurückliegende Jahr zusammen. Allein 37 Einsätze stehen für die Aktiven für die Zeit des Juni-Hochwassers etwa für den Sandsackverbau zu Buche. Die Verpflegungsgruppe, die sich für die Versorgung von Hochwasserhelfern in der dramatischen Sommerzeit eingebracht hat, war zweieinhalb Wochen im Dauereinsatz. "Was auffällt ist die Tatsache, dass wir sehr stark durch Wasser gefordert waren", verweist Annette Siedentopf.

An Christi Himmelfahrt war der Einsatz der Feuerwehr am Dollweg sowie in Alt-Olvenstedt an der Dorfstraße gefordert: Starke Regenfälle und Hagel ließen die Sülze ansteigen, Wasser staute sich und überflutete die Bereiche. "Wir hätten nie gedacht, dass wir einmal die große Pumpe im Dorf- und Stadtbereich einsetzen müssen", so die Wehrleiterin. Ende Mai brachten sich die Kameraden beim Einsatz am Hauptbahnhof ein, in dem sich das Wasser staute. Einer der positiven Effekte der Hochwasserlage: Ehemalige Kameraden, die es mittlerweile quer in die Republik verstreut hat, seien nach Olvenstedt gekommen, um zu helfen. So auch Mitglieder der Partnerfeuerwehr aus Grenzach-Wyhlen (Baden-Württemberg) sowie eine Abordnung der Stadt Hamburg. "Wir sind auch den Bewohnern Magdeburgs und Familienangehörigen für die Unterstützung sehr dankbar", so die Wehrleiterin. Und: "Nach dem Hochwasser sind wir jedes Wochenende für unseren Umzug im Einsatz. Im vergangenen Jahr ist jeder an seine Grenzen gegangen, wir sind nie wirklich zur Ruhe gekommen."

Neue Mitglieder, neues Haus

Erfreulich sei die Mitgliederentwicklung im aktiven Dienst: Neun Anwärter konnten aufgenommen werden, welche die Grundausbildung absolvieren, um die Reihen der Olvenstedter zu verstärken. Das Engagement während des Hochwassers sowie der Umzug vom alten Domizil am Hegewiesenweg in das neue Feuerwehrgerätehaus im Olvenstedter Grund förderten die öffentliche Wahrnehmung der Feuerwehr. "Hier im neuen Quartier sind wir präsenter. Viele Anwohner haben uns einen Besuch abgestattet, um sich nach unserer Arbeit zu erkundigen. Der Abschied vom alten Gerätehaus fiel uns allen aber schwer", sagt Annette Siedentopf.

Über Jahrzehnte nutzte die Feuerwehr das ehemalige Gebäude auf dem ehemaligen Areal der 1910 errichteten Gasanstalt in Alt-Olvenstedt, an dem mittlerweile der Zahn der Zeit nagte und das beispielsweise vom Platz her nicht mehr DIN-gerecht war. Über Monate planten und organisierten die Kameraden den Umzug in das neue Domizil, das sie im September beziehen konnten. "Die Schlüsselübergabe war ein Meilenstein. Am 6. Dezember fand der erste Einsatz statt, der vom Olvenstedter Grund aus gestartet wurde", so die Wehrleiterin. Ende des vergangenen Monats konnte der Umzug abgeschlossen werden.

Nun ist die Feuerwehr dabei, die Räume auf eigene Kosten einzurichten. Dabei gilt es auch, das Außengelände zu gestalten. Annette Siedentopf: "Wir haben auch schon wieder viele Ideen. Aber da wir die Ausstattung selbst finanziert haben über den Förderverein, müssen wir sehen, wie wir das umsetzen können." Der Umzug ist vollzogen, ein Herzenswunsch der Feuerwehr bleibt: Gern hätte man den Turm des alten Gerätehauses, der über die Jahre zu einem Wahrzeichen der Olvenstedter Feuerwehr geworden ist, auf dem Areal der neuen Stätte integriert. Doch könne man die finanziell nicht stemmen.

In diesem Jahr beteiligt sich die Jugendfeuerwehr aus Olvenstedt an den Deutschen Meisterschaften im internationalen Wettbewerb. Im September führt die Reise nach Bad Homburg (Hessen), um Magdeburg bei dem bundesweiten Vergleich des Feuerwehrnachwuchses zu vertreten. Die Kosten für Anreise und Unterkunft versucht der Förderverein aufzubringen. Gern würde die Feuerwehr die Jugendlichen in einem einheitlichen Outfit präsentieren, "um den Zusammenhalt und Teamgeist zu demonstrieren". In der Planung für die kommenden Monate findet sich auch die Einrichtung eines Schulungsraumes im Bau am Olvenstedter Grund wieder. "Es gibt immer etwas zu tun", fügt Annette Siedentopf schmunzelnd hinzu.

Zum Beispiel heute. Zum zehnten Mal organisiert die Olvenstedter Feuerwehr eine Grünkohlwanderung. Los geht es um 9.30 Uhr im Olvenstedter Grund 20. Kurzentschlossene können sich noch vor dem Start des Stadtteilspaziergangs, der mit verschiedenen Spaßaktionen gespickt ist, anmelden. Gegen 11.30 Uhr kommt es im neuen Gerätehaus zum gemeinsamen Grünkohlessen (es wird auch eine Alternative angeboten).

Informationen zur Wehr: www.feuerwehr-olvenstedt.de

   

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