Magdeburg l Am Montag beginnt in der Immermannstraße ein Sanierungsmarathon im Dichterviertel. Alle fünf Schrotebrücken entlang der Goethestraße werden in den kommenden Jahren repariert. Ihre Lebensdauer soll dadurch um mehrere Jahrzehnte verlängert werden.

Auf die Autofahrer in Stadtfeld kommen spannende Monate zu. Die bereits vor drei Jahren in Aussicht gestellte Sanierung der Schrotebrücken beginnt am Montag in der Immermannstraße, eine Woche später ist auch die Überquerung an der Gerhart-Hauptmann-Straße dicht. Bis zum Sommer soll sich der Verkehr über die umliegenden Brücken schlängeln (siehe Karte).

Warum die Brücken überhaupt auf dem Reparaturplan des Tiefbauamts stehen, erklärt Ronald Wille, Abteilungsleiter für Ingenieursbauwerke. "Sie wurden Anfang der 1920er Jahre erbaut, sind somit über 90 Jahre alt", sagt er. Damals wurde die Schrote begradigt und an ihren Ufern entstanden eine Parkanlage und höherwertige Wohnhäuser.

Angesichts dessen, was die Brücken im heutigen Verkehr aushalten müssen, hätten sie eigentlich abgebrochen werden müssen. "Solch ein Bautyp hält sonst nur 80 Jahre", meint Ronald Wille. Das Problem ist somit hinlänglich bekannt. Abriss und Neubau seien auch diskutiert worden. Doch letztlich habe man eine Lösung gefunden, die sowohl technisch möglich ist als auch den Erhalt der zum Flächendenkmal Goetheanlage gehörenden Bauwerke sichert.

Dazu wird eine sogenannte lastverteilende Platte aufgetragen. Nur die Brückenbögen sind massiv gebaut, alles darüber ist mit Erde aufgefüllt. Darauf liegt das Pflaster. Für die Sanierung wird das Pflaster nun abgetragen, das Erdreich einen halben bis einen Meter tief ausgeschachtet und die Platte eingefügt. Diese verteilt das Gewicht der darüber fahrenden Fahrzeuge besser und vermindert so den Druck auf die Brückenbögen. Die Tragfähigkeit wird dadurch insgesamt erhöht.

Außerdem werden die Stirnwände, an denen zahlreiche Risse vom Alter der Brücken zeugen, durch Betonfertigteile ersetzt. Diese würden mit einer entsprechenden Struktur vorgefertigt und dem jetzigen Aussehen ähneln. Darauf haben die Denkmalschützer ihr wachsames Auge. "Mehrere Jahrzehnte" gewinnt man damit nach Einschätzung von Ronald Wille. Alle sechs Jahre müssen die Brücken ohnehin überprüft werden.

Weil der Stadtrat entschieden hatte, maximal zwei Brücken auf einmal anzugehen (ursprünglich sollten drei auf einen Schlag repariert werden), geht es in Etappen weiter. 2015 steht die Sanierung der Brücke in der Friesenstraße an sowie entweder die in der Wilhelm-Klees-Straße oder Schillerstraße. Die übrig gebliebene folgt dann ein Jahr später.