Mageburg - Cracau l Es muss ein Leben nach dem Sport geben. Sprich: Kaum einer der umjubelten Leistungsträger in Stadion, Schwimm- oder Sporthalle kann nach dem Ende der sportlichen Karriere noch vom Sport leben. Darüber sind sich die Akteure auch im Olympiastützpunkt - der erklärtermaßen mit den Sportzentren in Berlin, Hannover und Leipzig um die Talente konkurriert - durchaus im Klaren. Und deshalb suchen sie längst die Zusammenarbeit mit Betrieben und Ausbildungseinrichtungen - und gestern wurde auch eine Vereinbarung über eine intensivere Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur unterzeichnet.

Olympiastützpunkt-Leiter Helmut Kurrat machte deutlich: "Wir brauchen Partner, die auf die besonderen Belange des Leistungssports Rücksicht nehmen können." Es geht darum, den Auszubildenden für das mehrstündige tägliche Training und die Wettkämpfe freizustellen. Und es geht darum, auch eine längere Ausbildungszeit in Kauf zu nehmen. "Es ist also wichtig, Betriebe zu finden, die solche Anforderungen von ihrer Größe her erfüllen können und wollen."

Talente als motivierte Mitarbeiter für die Zukunft

Matthias Kaschte streicht den Pluspunkt für die Leistungssportler als Auszubildende heraus: "Bei ihnen handelt es sich meistens um Menschen, die sehr gewissenhaft ein Ziel angehen." Eine Eigenschaft, die manch Arbeitgeber beim Nachwuchs vermisst. "Hinzu kommt, dass allein in Magdeburg zwischen 200 und 400 Ausbildungsplätze nach einer vorsichtigen Schätzung nicht besetzt werden können." Seiner Agentur seien 29 Unternehmen bekannt, die sich vorstellen können, die Magdeburger Leistungssportler und Talente als Auszubildende aufzunehmen. Ergänzend zu Helmut Kurrat spricht er aber auch davon, die in der Region strukturprägenden kleinen und mittleren Unternehmen gezielt anzusprechen - gutes Omen dafür vielleicht auch der Besuch von Thomas Lademann: Der Leiter der Berufsberatung der Handwerkskammer Magdeburg wohnte der Unterzeichnung der Vereinbarung quasi als Zeuge bei.