Magdeburg. Ein IC der Deutschen Bahn von Hannover nach Leipzig ist am Freitagmittag in Magdeburg evakuiert worden. Rund 180 Reisende mussten gegen 11.10 Uhr den Zug verlassen, der auf Gleis 7 des Magdeburger Hauptbahnhofs eingefahren war. Um 10.52 war der Notruf eingegangen.

Grund: Ein Mann hatte in Braunschweig in zwei Wagen eine Flüssigkeit vergossen. Daraufhin hatten drei Reisende und eine Zugbegleiterin bei der Weiterfahrt über Atemreizungen und Übelkeit geklagt, wie Romy Gürtler, Sprecherin der Bundespolizeiinspektion Magdeburg berichtet. Eine weitere ärztliche Behandlung der Betroffenen sei aber nicht notwendig gewesen, hieß es zunächst von Seiten der Bundespolizei.

Zum Einsatz gekommen ist auch die Magdeburger Feuerwehr mit Spezialkräften. Die aus dem Zug entnommenen Proben werden zur Stunde im Institut für Brand- und Katastrophenschutz Heyrothsberge analysiert. Bis zum frühen Nachmittag stand noch nicht fest, um welche Flüssigkeit es sich im Einzelnen handelt. Nach Zeugenberichten roch sie stark nach Essig. Später dann die Information: Bei der Substanz handelt es sich um Hydrazin, eine aus Wasserstoff und Stickstoff bestehende giftige Flüssigkeit.

Der mutmaßliche Täter, der der Polizei bislang unbekannt ist, ist flüchtig. Zeugen schätzen sein Alter auf 20 bis 30 Jahre. Die Körpergröße beträgt 1,80 bis 1,90 Meter. Seine Statur wird als untersetzt beschrieben. Er hatte einen schwarzen Rucksack dabei und trug ein schwarzes Kapuzen-Shirt, das auf Bauch und Rücken mit einem Symbol des Fußballclubs Eintracht Frankfurt versehen ist. Zeugen, die zur Klärung der Identität des mutmaßlichen Täters beitragen können, werden gebeten, sich bei der Magdeburger Bundespolizeiinspektion unter Telefon 0391/565490 zu oder unter der kostenlosen Hotline 0800-6888000 melden.

Der betroffene IC 2035 war planmäßig um 5.36 Uhr in Norddeich losgefahren. Seine Route führt über Oldenburg, Bremen, Hannover, und Braunschweig. Nach dem Halt in Magdeburg sollte er weiter über Köthen und Halle nach Leipzig fahren.