Magdeburg l Am morgigen Dienstag ist es soweit: Im Dom-Remter möchten Magdeburger einen Förderverein für das künftige Dommuseum im Gebäude der ehemaligen Reichs- und späteren Staatsbank in unmittelbarer Nähe zum Dom gründen. In der Einladung heißt es: "Wir sind davon überzeugt, dass das Magdeburger Dommuseum die Museumslandschaft weit über die Stadtgrenzen hinaus bereichern und Magdeburg als europäische Kulturstadt mit einer reichen Geschichte stärken wird."

OB Lutz Trümper freut sich über das Engagement von Bürgern für Einrichtungen in der Stadt. Da es für das Kulturhistorische Museum aber bereits einen Förderverein gebe, müsse darauf geachtet werden, dass sich die beiden Vereine keine unnötige Konkurrenz machen. Denn eines, so betont der Magdeburger Oberbürgermeister, müsse klar sein: "Das Dommuseum wird als Standort des Kulturhistorischen Museums fungieren." Das heißt: Verwaltung und Leitung des Kulturhistorischen Museums werden die Betreuung des Dommuseums mit übernehmen, und es wird keine Doppelstrukturen geben.

In 3-D-Projektion über mittelalterlichen Domplatz gehen


Was die Sanierung des Hauses angeht, so setzt das Stadtoberhaupt auf einen großen Abwasch. Will heißen: Bevor baulich viel geschieht, muss erst einmal das Konzept des Museums stehen. Lutz Trümper bekräftigt, dass er dabei nach wie vor auf eine zeitgemäße Darstellung setzt, "bei der beispielsweise denkbar ist, dass die Besucher sich in der 3-D-Projektion selbst über den mittelalterlichen Domplatz bewegen". An der Konzeption arbeitet eine Arbeitsgruppe aus der Stiftung Dome und Schlösser Sachsen-Anhalt, dem Landesdenkmalamt und dem Kulturhistorischen Museum.

"Schon jetzt einzelne Funde ohne ein Gesamtkonzept auszustellen, wäre aus meiner Sicht verfrüht", sagt Lutz Trümper. Wichtig sei es, die Höhepunkte wie den Editha-Sarg oder die Funde aus dem erzbischöflichen Wichmanngrab aufzuarbeiten und als Herzstück in die Ausstellung einzubetten. Die Aufbereitung werde noch bis zum Jahr 2016 oder 2017 dauern, so dass laut Oberbürgermeister eine Eröffnung des Museums im Jahr 2017 realistisch sei.

Bedeutung Magdeburgs für Europa-Geschichte


Unabhängig von möglichen Strukturen der Museumslandschaft sind sich Stadtverwaltung und die Initiatoren des Fördervereins einig über die Bedeutung der künftigen Ausstellung: "Wir begreifen die Dom- und Domplatzfunde als Teil der Geschichte des gesamten Magdeburger Domhügels und der europäischen Kulturgeschichte", heißt es in der Einladung zur Vereinsgründung.

Es gehe darum, dass sich die Magdeburger dafür einsetzen, die kulturhistorisch bedeutenden Funde der Dom- und Domplatzgrabungen im Dommuseum zusammenzuführen, der Öffentlichkeit dauerhaft vor Ort zugänglich zu machen sowie überregional für die gesamte Geschichte des Magdeburger Domhügels zu sensibilisieren und zu werben.
Vereinsgründung: Dom-Remter, 4. März, 18.30 Uhr.