Magdeburg l Die Suche nach einem Parkplatz kann an den Nerven zehren. Für die Bewohner des Wohnblockes an der Otto-von-Guericke-Straße 74 bis 81 in der Magdeburger Innenstadt ist die Stellplatzsuche seit Ende Januar dieses Jahres zusätzlich auch noch ein kostspieliges Unterfangen. Denn mit den Bauarbeiten ist auch ein Teil der Parkplätze verschwunden. Viele Bewohner mit Parkkarte (Tarifzone 13) stellen sich daher auf den Parkplatz in der Max-Josef-Metzger-Straße (höhe Roncalli-Haus) - und werden regelmäßig vom Ordnungsamt angezählt. Denn obwohl die Fläche direkt neben dem Wohnhaus liegt, zählt sie nicht zur Tarifzone 13.

Rentnerin weigert sich, Strafzettel zu zahlen


Student Andreas Wawilow (3. Semester, Sport und Technik) ist auch schon mehrfach verwarnt worden. "Das nervt. Und als Student sitzt das Geld auch nicht so locker", sagt der 24-Jährige. Wie viele in dem Wohnblock besitzt auch er die Bewohner-Parkkarte (Tarifzone 13). "Eigentlich finde ich immer einen Stellplatz. Seit vor unserer Tür gebaut wird und uns die Parkplätze fehlen, ist das anders", sagt er. Neben Wawilow haben sich noch mehr Anwohner bei der Volksstimme gemeldet und sich beschwert. Eine Leserin, die namentlich aber nicht genannt werden möchte, will sogar beobachtet haben, dass seit Baubeginn öfter und gezielt kontrolliert werde. Der Volksstimme zeigte sie mehrere Strafzettel. "Ich werde keinen bezahlen", sagt die Rentnerin.

So ein Bewohnerparkausweis berechtigt, in gekennzeichneten Stellflächen zu parken. Besitzer dieser Karte müssen kein Ticket an einem Parkscheinautomaten ziehen. Beantragt werden diese Scheine beim Tiefbauamt. Dafür wird eine Jahresgebühr fällig. Allerdings: Anrecht auf einen Parkplatz ergibt sich daraus aber nicht. "Es gibt keine Pflicht der Stadt, jedem Bewohner einen Parkplatz zur Verfügung zu stellen", stellt Stadtsprecher Michael Reif klar. Man denke nur etwa an die Situation in Stadtfeld-Ost, so Reif. Deshalb würden die Anwohner der Guericke-straße auch keine finanzielle "Entschädigung" für Strafzettel erhalten. Grundsätzlich sind für die Schaffung ausreichender Parkflächen auch die Vermieter verantwortlich, erklärt Reif.

Genossenschaft setzt sich für die Mieter ein


An der Otto-von-Guericke-Straße 74 bis 81 ist das die Magdeburger Wohnungsgesellschaft (MWG). In einem Schreiben an das Tiefbauamt beklagt die MWG, dass derzeit nicht ausreichend Parkraum zur Verfügung steht. Der kurze Brief schließt mit der Anregung, "dass für die Zeit der Baumaßnahme eine Erweiterung der Parkmöglichkeiten für die Besitzer des Anwohnerparkausweises seitens der Stadt bereitgestellt werden sollte". Reif weist hingegen darauf hin, dass mit den Bauarbeiten lediglich 15 Parkplätze weggefallen seien. "Die Chance, einen Parkplatz zu finden, besteht aber durchaus", schätzt er ein. Derzeit ist das Parken in der Prälatenstraße und in der Max-Josef-Metzger-Straße für Bewohner an den gekennzeichneten Stellplätzen erlaubt. Der Platz in Höhe des Roncalli-Hauses gehört nicht dazu. Noch.

Denn die Beschwerden der Autofahrer und der Wohnungsgenossenschaft haben offenbar Wirkung gezeigt. Wie Reif der Volksstimme bestätigte, wird die Tarifzone nun doch erweitert. "Nach Prüfung vor Ort haben das Tiefbauamt und die Straßenverkehrsbehörde entschieden, das vorübergehende Bewohnerparken auf dem Parkplatz in der Max-Josef-Metzger-Straße zu erlauben", so Reif. Eine entsprechende Anordnung ist in Vorbereitung und soll noch in dieser Woche umgesetzt werden.

 

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