Magdeburg l Daniel Rink (Florian Gierlichs) liegt auf dem Boden der Straßenbahnlinie 2 nach Westerhüsen. Der Kopf ist aufgeschlagen, sein Gesicht blutverschmiert. Er ist tot. Die Hauptkommissare Brasch (Claudia Michelsen) und Drexler (Sylvester Groth) schauen sich die Leiche an, befragen den Straßenbahnfahrer, sprechen mit der Gerichtsmedizinerin, inspizieren den Waggon und stellen erste Vermutungen an.

Was in weniger als einer Minute erzählt ist, sind in Wirklichkeit gut zehn Stunden Arbeit. Immer und immer wieder werden Szenen wiederholt. Es wird aus verschiedenen Perspektiven gefilmt, es werden Details korrigiert, Licht und Ton perfektioniert. Gut 60 Leute vom Kameramann bis zur Maskenbildnerin waren für diesen Dreh im Einsatz. "Das Bild des Tatortes ist sehr komplex, es gibt viele Mitwirkende, daher muss eine Menge koordiniert werden", erklärt Produzentin Britta Hansen. Es war ein üppiges Pensum, das die Schauspieler und das Team gestern abzuarbeiten hatten. Denn dem langen Dreh im Bahndepot folgten Aufnahmen im Kulturwerk Fichte. Dort wurden noch ein paar Szenen im Auto gedreht.

In den kommenden Wochen folgen die Dreharbeiten in der Polizeidirektion. Darauf freue sich Britta Hansen besonders, da die Umbaumaßnahmen nun beendet und die Hauptwache voll ausgestattet sei. "Es wird viele Details zu entdecken und erstmals die ganze Direktion zu sehen geben", verriet sie.

Und sie gab noch mehr Preis: Es ist die Geschichte eines Jungen in der Abwärtsspirale. Gedreht worden ist dieses Mal vermehrt in Privathäusern und Wohngegenden. Am Mittwoch sei sogar künstlicher Schnee zum Einsatz gekommen. "Wir haben mit den Dreharbeiten bei Schnee angefangen, daher wird auch eine winterliche Landschaft zu sehen sein." Gezeigt werde zudem eine andere Seite Magdeburgs. "Andere Motive, eine andere Stimmung", erklärt sie. Es werden viele schöne Seiten der Stadt aufgezeigt, "wobei man nicht vergessen darf, dass wir einen Krimi drehen. Und der hat nun mal dunkle Ecken."

Es gebe mit Nils Willbrandt jedoch einen neuen Regisseur, der zugleich der Autor des Drehbuchs sei und seine ganz eigene künstlerische Handschrift einbringe. Dennoch sei man hinsichtlich der Charaktere Brasch und Drexler auch auf Kontinuität bedacht. "Wir wollen bewahren, was sie auszeichnet", so Britta Hansen.

Bis zum 6. Juli muss alles im Kasten sein, denn an diesem Tag wird der zweite Magdeburger Polizeiruf ausgestrahlt. Die Dreharbeiten, die Saxonia-Media im Auftrag des MDR durchführt, stehen auch für die dritte Folge in den Startlöchern bzw. haben begonnen. Ob in diesem Jahr auch noch die vierte Folge gedreht wird, entscheidet sich in den nächsten zwei,drei Wochen. Britta Hansen jedenfalls sammelt schon Ideen für den 10., 11. und 12. Polizeiruf.<6>

   

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