Magdeburg l Im Eilverfahren will die Stadt Sanierungsarbeiten an zwei Brücken über den Magdeburger Ring auf den Weg bringen. Am Kirschweg (Reform) sowie am Lorenzweg (Nordwest/AlteNeustadt) sollen im Juli dieses Jahres vorfristig die Arbeiten beginnen. Beide sind nach Angaben des Baubeigeordneten Dieter Scheidemann (parteilos) in sehr schlechtem Bauzustand.

Hintergrund des Schnellverfahrens: Das Land Sachsen-Anhalt stellt für beide Projekte kurzfristig eine Efre-Förderung (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) in Aussicht. Dort hatte die Stadt zwar bereits 2013 Fördergeld beantragt, bisher aber hatten beide Brücken nur den Status als "Reservemaßnahmen". Nun soll es doch schon in diesem Jahr ernst werden - und bis April 2015 müssen die Maßnahmen nach Vorgaben der Fördermittelgeber abgeschlossen werden.

Die Beigeordnetenrunde von Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) verabschiedete deshalb am Dienstag zwei Eilvorlagen, die am 20. März im Stadtrat abgestimmt werden sollen. Denn das Geld für die Brücken ist bisher nicht im Stadthaushalt eingeplant. Wie aus der Verwaltungsvorlage hervorgeht, kostet die Brückensanierung am Kirschweg 1,17 Millionen Euro, wobei aus Efre 884 300 Euro Zuschüsse kommen sollen (Eigenanteil der Stadt: 295 200). Am Lorenzweg werden 548 700 Euro fällig, 416 500 Euro davon aus Efre (Eigenanteil 132 200 Euro).

Im Haushalt soll nun "umgeschichtet" werden. Aus dem Projekt "Neubau der Elbbrücken über Zollelbe und Alte Elbe", für das Geld für Planungsarbeiten im aktuellen Haushalt bereitsteht, sollen die Brückenkosten, die zum Großteil aus dem Efre-Topf zurückfließen, zunächst "abgezwackt" werden. Die Grundinstandsetzung der Kirschwegbrücke (7 bis 9 Monate Bauzeit) umfasst u. a. die Sanierung der Widerlager, des Mittelpfeilers und der Fahrbahnübergangskonstruktion. An der Lorenzwegbrücke (4 bis 6 Monate Bauzeit) müssen laut Stadt massive Bauwerksschäden beseitigt werden (u. a. beschädigte Brückenkappen, defekte Fahrbahnübergangskonstruktion).