Magdeburg l Das Hochwasser vom vergangenen Sommer zeigt immer noch Wirkung, etwa auf den Tourismus von Magdeburg. Der hat 2013 einen Rückgang an Hotel-Buchungen hinnehmen müssen.

Es hätte schlimmer kommen können. Im Sommer hat das Hochwasser dem Magdeburger Fremdenverkehr die Hauptsaison "verhagelt". Man habe folglich damit gerechnet, dass die Buchungszahlen deutlich zurückgehen werden, so Ralf Steinmann, Geschäftsführer der Magdeburger Marketing Kongress und Tourismus GmbH (MMKT). Das ist dann auch passiert, aber nicht so dramatisch, wie erwartet. Um 3,2 Prozent hat sich die Zahl der Fremdenverkehrs-Übernachtungen im Vergleich zu 2012 verringert. Insgesamt konnten die Magdeburger Hotels und Pensionen im vergangenen Jahr 536112 Übernachtungen verbuchen. Berücksichtigt man dabei, dass während des Hochwassers der Tourismus in der Stadt zum größten Teil mehrere Woche fast lahm gelegt war, dass einige Hotels wegen der Fluten vorübergehend geschlossen werden mussten und das in Sachen Fremdenverkehr das Jahr 2012 ein Rekordjahr war, so fällt die Bilanz dann doch nicht so schlecht aus. "Ja, das stimmt schon", sagt Ralf Steinmann, aber rund 17150 Übernachtungen weniger, das "schmerzt schon".

Die mediale Berichterstattung über das Hochwasser habe vor allem auf deutsche Touristen Wirkung gezeigt, so Steinmann. Um 5 Prozent gingen die Übernachtungs-Buchungen aus Deutschland in Magdeburg zurück. Kleiner Trost: Dafür sind die Buchungen aus dem Ausland um 5,9 Prozent im Vergleich zu 2012 gestiegen. Auch das trägt dazu bei, dass der Hochwasserschaden im Magdeburger Übernachtungsgewerbe nicht ganz so dramatisch ausgefallen ist. "Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen", sagt der MMKT-Chef.

Allerdings habe man nach dem Hochwasser auch ganz schnell verstärkt die Werbetrommel für Magdeburg gerührt. So gab es etwa im September eine Image-Kampagne des Landes in Köln. Zentrale Aussage: Sachsen-Anhalt sagt allen Fluthelfern danke - und das Land ist immer eine Reise wert! Das sei auch dringend notwendig gewesen, so Steinmann. "Bis in den Herbst hinein haben wir viele Anrufe bekommen mit der Frage, ob man denn schon wieder nach Magdeburg reisen könne."

Verstärkte Werbung im Ruhrgebiet

Nordrhein-Westfalen wird auch in diesem Jahr ein bevorzugter Werbemarkt für den Magdeburger Tourismus sein. "Die Region ist für uns durch seine hohe Bevölkerungsdichte ein wichtiger Quellenmarkt", sagt der MMKT-Chef. Darum werde man im April und Mai unter anderem in Köln, Düsseldorf, Dortmund und Essen größere Werbeaktionen starten. Dazu gehören Anzeigen in der Tagespresse, Poster- und Plakat-Werbung, mit denen man auf das Reiseziel Ottostadt aufmerksam machen will.

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