Magdeburgl Was mit einer Zufallsbegegnung begann, führte am 20. März zur Hochzeit: Rolf und Ilse Gadge sind ein Diamantpaar. Schnelles Handeln war gefordert, als 1953 Rolf Gadge beim Blick aus dem Fenster zufällig seine Traumfrau sah. Er schnappte sich eine Jacke, stürzte zur Tür hinaus und schaute sich suchend um, vergebens.

Zum Glück kam es wenig später zu einer erneuten Begegnung: Rolf nahm allen Mut zusammen und sprach seine Herzensdame an. Ilse Einbeck wohnte gar nicht weit weg, also blieb er hartnäckig. "Immer wenn ich Feierabend hatte, stand er vor meiner Tür. Da konnte ich gar nicht anders, als schließlich Ja zu ihm zu sagen", erinnert sich die inzwischen 84-Jährige schmunzelnd.

Am 20. März 1954 gab es dann eine kleine, aber feine Hochzeit ganz in Weiß mit Blumenstrauß, die beide bis heute eng zusammengeschweißt hat. Die Hochzeitsurkunde wurde im Standesamt Süd unterschrieben und das Ja-wort anschließend in einer kleinen Reformer Kirche wiederholt. Nur mit Mutter Gadge gab es Probleme: "Sie wollte nicht, dass ich als ihr jüngster Sohn überhaupt heirate. Das war sehr schwierig, weil wir ja alle zusammengewohnt haben", erzählt der 87-Jährige. Auch wegen günstigerer Arbeitsbedingungen reiste das Ehepaar schließlich gen Westen und lebte 45 Jahre in Düsseldorf.

Doch 2001 zog es den gebürtigen Magdeburger wieder in seine Heimatstadt, wo er mit seiner Frau in Nordwest wohnt. Dort feierte das stolze Ehepaar gestern mit Familie und Freunden seinen 60. Hochzeitstag. Bevor es in einem Restaurant weitergehen sollte, verrieten die Eheleute aber noch das Geheimnis ihrer Liebe: "Man darf nicht klammern. Jeder muss sich bewegen können und seine Freiheiten haben."