Beyendorf-Sohlen/Ottersleben l Hoffnung für Teiche im Süden der Stadt: Wie die Volksstimme vermeldete, sollen Gewässer in den Parkanlagen in Sohlen und in Ottersleben saniert werden. Nachdem das Konzept zur Sanierung der Teichanlagen im Amtsgarten Ottersleben und im Gutspark Sohlen in der Dienstberatung von Oberbürgermeister Lutz Trümper vorgestellt wurde - die Volksstimme berichtete -, hat nun der Betriebsausschuss für den Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg (SFM) das Thema behandelt. Mit seiner Zustimmung ohne weitere Änderungen ist der Weg frei für das Vorhaben.

Letzte Entschlammung liegt Vierteljahrhundert zurück


Notwendig ist die Sanierung aus Sicht der Verwaltung, da der Zustand der Gewässer beider Teichanlagen als schlecht einzuordnen sei. Der Grund: Wegen des Eintrags von Sedimenten sowie von Biomasse zum Beispiel in Form von Laub von den umstehenden Bäumen sind sie im Laufe der Jahre immer stärker verschlammt. Allerlei Material dürfte sich am Grund der Gewässer angesammelt haben, denn die letzte grundlegende Entschlammung liegt bereits ein Vierteljahrhundert zurück.

Damit hat sich nicht zuletzt die Wassertiefe über einen langen Zeitraum nach und nach immer weiter verringert, und da die Selbstreinigung der Gewässer immer schlechter funktioniert, hat sich auch die Wasserqualität deutlich verschlechtert. Die Folge davon ist eine nicht zuletzt von Passanten und Anwohnern kritisierte Geruchsbelästigung durch die heruntergekommenen Teiche. Rund 612 000 Euro sind als Kosten für die Sanierung der beiden Teichanlagen bis 2015 in den Haushalt eingeplant. Aufwendiger sind dabei die Arbeiten am Teich im Amtsgarten - rund drei Viertel der Sanierungskosten fließen in diesen historischen Park in Klein-Ottersleben.

Im Jahr 2015 sollen den Plänen der Stadtverwaltung zufolge die Arbeiten an den beiden Teichanlagen abgeschlossen sein - vorgesehen ist eine Beschlusskontrolle zum 30. November des kommenden Jahres.

Erst die Schlammanalyse - dann der Baggereinsatz


Bevor die Bagger zur Entschlammung anrücken können, muss die im Projekt eingeplante Bauvorbereitung erfolgen. Im Falle zu sanierender Gewässer wie den Teichanlagen bedeutet dies, dass zunächst die aktuellen Sedimentstärken in den Gewässern - sprich die Dicke der Schlammschicht am Grund - gemessen werden muss. Zur Vorbereitung gehört auch, dass Fachleute den Schlamm analysieren. Als dritter Bestandteil der Vorbereitung schließt sich dann erst die detaillierte Planung für die weiteren Arbeiten an.

Und auch die dann folgenden Arbeiten an den Gewässern selbst laufen nach klar definierten Regeln und beschränken sich keineswegs allein auf die Arbeit mit der Baggerschaufel. In der jetzt beschlossenen Vorlage werden unter anderem die Einrichtung der Baustellen samt Baustraßen aufgelistet. Diese sind insbesondere zum Schutz der Wege und weiteren für die Bauzeit benötigten benutzten Flächen wie Containerstellplätze und Wendestelle notwendig - immerhin handelt es sich um wertvolle historische Parkanlagen. Neben dem Einsatz von Schwimm- oder Saugbaggern gehört auch dazu, dass der aus dem trüben Wasser ans Tageslicht beförderte Bodensatz der Teiche entwässert und den Umweltstandards entsprechend entsorgt werden muss.

Zum Abschluss müssen alle Spuren von Baustelle und Baustraße wieder zurückgebaut und die Flächen wiederhergestellt werden - samt Aufarbeitung des Bodens, Rasenansaat, Befestigung der Wege.