Ende Februar gab es folgende Interessenbekundungen (in Klammern: Vorjahr)
Hegelgymnasium 247 (208),
Einsteingymnasium 98 (92),
Schollgymnasium 96 (118),
Siemensgymnasium 48 (53)
Sportgymnasium 34 (28)
Norbertusgymnasium 57 (71),
Domgymnasium 52 (31)
Gymnasium Barleben 31 (30).
IGS R. Hildebrandt 154 (145)
IGS W. Brandt 161 (178)

Freie Plätze gibt es noch in den Sekundarschulen: Interessensbekundungen/noch freie Plätze (Schuljahr 2013/14)
Sek. Müntzer 24/60 (33)
Sek. Linke 21/35 (35)*
Sek. Goethe 23/33 (26)*
Sek. Heine 32/24 (41)*
Sek. Wille 54/30 (34)*
Sek. Mann 55/38 (1)*
Sek. Leibniz 21/35 (31)*
Sek. Francke 48/36 (40)*
Sek. Weitling 54/30 (29)*
Als weitere kommunale Sekundarschule existiert die Sport-Sekundarschule in Cracau.

*Diese kommunalen Schulen sollen spätestens ab dem Schuljahr 2014/15 als Gemeinschaftsschulen geführt werden.

Quelle: Stadtverwaltung Magdeburg.

Magdeburg l Die Revolution ist beschlossene Sache: Nachdem auf Landesebene lange Zeit über das Für und Wider des längeren gemeinsamen Lernens diskutiert worden ist, konnten sich die ersten Schulen in Sachsen-Anhalt vergangenes Jahr in Gemeinschaftsschulen umwandeln. Erste kommunale Schule in Magdeburg ist die Weitling-Sekundarschule.

Um die Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen vorzustellen, hatten gestern Oberbürgermeister Lutz Trümper und der auch für Schulen zuständige Bürgermeister Rüdiger Koch eben in diese Schule eingeladen - bot dies doch die Gelegenheit, mit Schulleiter Uwe Manthei und Bärbel Jeremias, Klassenleiterin der Klasse 5a, über den Wandel zu diskutieren.

Wechsel sorgt für Anstieg der Interessentenzahl

Die beiden Pädagogen jedenfalls zeigten sich überzeugt von dem Konzept, zu dessen Herzstück beispielsweise fächerübergreifende Projektarbeit jeden Freitag für drei Stunden und eine enge Kooperation mit der Otto-von-Guericke-Universität zählen. Uwe Manthei: "Zum einen sind da die Zahlen. Von 29 Fünftklässlern im vergangenen Jahr haben wir die Zahl der Interessenten auf in diesem Jahr 54 steigern können. Und dies, obwohl wir an den gleichen Grundschulen und vor der gleichen Zahl von Eltern unsere Schule vorgestellt haben."

Zum anderen sei da die Resonanz in den Gesprächen: Während im vergangenen Jahr die Idee der Gemeinschaftsschule noch ein wenig unkonkret im Raum stand, können die Weitling-Lehrer jetzt offensiv mit ihrem festgeschriebenen und unter anderem in einer Kooperation mit der Integrierten Gesamtschule (IGS) "Willy Brandt" untermauerten Konzept werben. "Das kommt in den Gesprächen mit Eltern von Viertklässlern an", sagt Uwe Manthei, und Bärbel Jeremias sagt: "Und auch in den fünften Klassen ist ein sehr großes Engagement und Interesse der Eltern zu verzeichnen."

Auf solche Aussagen hatte es wohl die Stadtverwaltung abgesehen, denn inzwischen haben sich fast alle öffentlichen Sekundarschulen in der Stadt auf den Weg in Richtung Gemeinschaftsschule gemacht. Zwar gab es schon immer die Möglichkeit, sich hier noch für den Weg zum Abitur zu entscheiden und ans Gymnasium zu wechseln oder den erfahrungsgemäß erfolgreicheren Weg nach dem erweiterten Realschulabschluss über das Fachgymnasium zum Abitur einzuschlagen. Doch diese Möglichkeit wird mit der Gemeinschaftsschule ohne vorherigen Schulwechsel vereinfacht, da hier die Entscheidung über den Schulabschluss sehr spät und damit individuell fallen kann - anders als in der IGS, wo diese durch die Wahl von Kursen recht früh passiert.

Ummeldung zur Gemeinschaftsschule noch möglich

Nicht zuletzt da die Kapazitäten für Gymnasien und IGS laut Anmeldestand wieder überschritten sind, würde die weitere Nutzung von Außenstellen erforderlich werden. Rüdiger Koch sagt: "Neben der Außenstelle des Gymnasiums werden wir eine Außenstelle für die IGS Regine Hildebrandt einrichten müssen." Oberbürgermeister Lutz Trümper: "Und zwar in einem unsa- nierten Gebäude - während in den sanierten Gemeinschaftsschulen in der Nachbarschaft noch Plätze frei sind." Der Oberbürgermeister bittet daher Eltern, darüber nachzudenken, ob die Schullaufbahn in dieser Schulform vielleicht doch die bessere Alternative wäre." Uwe Manthei jedenfalls liefert noch ein Argument pro Gemeinschaftsschule: "Sie sind bei weitem nicht so groß und unübersichtlich wie vier- oder fünfzügige Schulen. Das sorgt dafür, dass man einander kennt und für einen familiären Umgang miteinander."

Wer sich jetzt noch für die Gemeinschaftsschule entscheidet, findet im Fachbereich Schule und Sport der Stadtverwaltung, Gerhart-Hauptmann-Straße 24, Ansprechpartner.