Magdeburg l "Ausgrenzung gibt es seit es Menschen gibt", erklärt Stefanie Kakoschke zum Cyber-Mobbing auf der Schmaz-Pressekonferenz. "Durch das Internet hat Mobbing eine größere Reichweite und der Betroffene kaum noch Rückzugspunkte", ergänzte Ariane Kleibrink. Die Medienpädagoginnen arbeiten im Medientreff Zone und referierten gemeinsam zum Thema "Sicher im Netz" vor Schülern der Sekundarschule Leben Lernen. Diese nehmen an dem Projekt Schüler machen Zeitung (Schmaz) der Volksstimme und des Kultusministeriums Sachsen-Anhalt sowie viele Partner teil.

Mediennutzung von Jugendlichen, Netzsicherheit und Cybermobbing waren Schwerpunkte einer Schmaz-Pressekonferenz im Gesundheitszentrum der AOK Sachsen-Anhalt. Wenig überraschend, dass die Schüler der Sekundarschule Leben Lernen Magdeburg viele Fragen stellten. Immerhin nutzen Jugendliche am meisten das Internet, so eine aktuelle Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (mpfs).

Benjamin Gericke ist viel im Internet und regelmäßig in Sozialen Netzwerken unterwegs. "Ich nutze Facebook, WhatsApp oder Instagram häufig", so der 14-Jährige, der sich besonders für den Schutz der Daten interessiert. Dabei liegen Datenschutz und Facebook im Dauer-Clinch. Dennoch können die Nutzer einige Vorkehrungen in Bezug auf ihre Online-Privatsphäre treffen: "Grenzt eure Postings auf die Leute ein, die sie sehen dürfen, wie Freunde oder Familie. Ihr müsst nicht alles öffentlich teilen", erklärte die Medienpädagogin Stefanie Kakoschke. Ihre Kollegin Ariane Kleibrink empfahl den Jugendlichen in Bezug auf die Facebook-Nutzung: "Schaut nach jeder AGB-Veränderung in das Aktivitätenprotokoll. Hier seht ihr noch nach Monaten, wer eure Bilder und Postings sehen kann. Ich prüfe das einmal im Monat", so die Mitarbeiterin des Medientreffs Zone. Wie die Schüler von den Referentinnen erfuhren, sollten sie generell so viel wie nötig und so wenig wie möglich ins Netz stellen.

Stefanie Kakoschke erzählte den Schülern, dass Anbieter von sozialen Netzwerken viel Geld mit den Nutzerdaten verdienen würden, für Werbezwecke würden sie diese verwenden: "Facebook ist eine Datenkrake", bezeichnete sie das Netzwerk. "Durch WhatsApp wird das noch schlimmer", nahm die Referentin Bezug auf die Übernahme der SMS-Alternative durch Facebook-Chef Mark Zuckerberg.

Louisa Kuntzsch scheint dieses Problem erkannt zu haben: "Ich bin nicht bei Facebook angemeldet", so die 14-Jährige. Auch ihre Freundin Franzi Lichtenberg (13) ist vorsichtig, obwohl sie häufig Facebook nutzt: "Dort habe ich insgesamt 20 Freunde, die ich aber alle persönlich kenne", erklärte die Schülerin.

Jugendliche verwenden soziale Netzwerke vor allem zur Kommunikation. "Dort verändert sich der Umgangston", erklärte Stefanie Kakoschke und fügte hinzu: "Jugendliche sprechen sich mit Schimpfwörtern an. Da liest man dann ,Hey Bitch` (aus dem Englischen für Luder, Miststück) und das ist nicht mal böse gemeint", so die Referentin.

Bei echten Entgleisungen geht es dann schon Richtung Cyber-Mobbing. "Es kann jeden treffen", sagte Ariane Kleibrink, "Da reicht schon ein peinliches Bild im Netz, welches Neider sehen können." Deshalb stellten die Medienpädagoginnen den Schülern sogenannte "Goldene Regeln" vor, mit denen sie sich davor schützen können. Dazu gehören Nicknames, also Spitznamen, die sie anstatt ihres Namens verwenden sollen. Auch Eltern können einiges tun, wie Stefanie Kakoschke vorschlug: "Sie sollten die Mediennutzung ihrer Kinder begleiten und generelles Interesse ihnen gegenüber zeigen - auch wenn sie manches nicht nachvollziehen können." Der Medientreff Zone bietet dazu Netzwerkseminare an.

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