Magdeburg l Wer glaubt, ein Immobilien-Filetstück in der Magdeburger Innenstadt lasse sich leicht verkaufen, der irrt. Im vergangenen Sommer hatte die TLG-Immobiliengesellschaft, eines der Nachfolgeunternehmen der Treuhand, Teile des ehemaligen Busbahnhofs zwischen Bahnhofstraße und Otto-von-Guericke-Straße zum Kauf angeboten.

Um zwei Grundstücke handelt es sich dabei, eines direkt an der Otto-von-Guericke-Straße, das zweite, etwas kleinere an der Bahnhofstraße. Insgesamt waren es rund 3700 Quadratmeter, die die TLG zusammen veräußern wollte. Daraus ist bis jetzt noch nichts geworden und die TLG hat sich sogar vom zusammenhängenden Verkauf verabschiedet.

Wie ein Unternehmenssprecher kürzlich mitteilte, konnten bis jetzt nur Interessenten für das Grundstück an der Bahnhofstraße gefunden werden. Man stehe mit einem Interessenten in Gesprächen, konkrete Kaufverhandlungen wollte das Unternehmen noch nicht nennen. Allerdings hat die TLG das besagte Bahnhofstraßen-Grundstück von ihrer Angebotsseite im Internet bereits entfernt. Jetzt wird dort nur noch das größere Stück an der Otto-von-Guericke-Straße (2265 Quadratmeter/930000 Euro Kaufpreis) angeboten.

Das Areal zwischen City Carré und Volksstimme-Hochhaus ist auch nicht ganz einfach an den Mann oder Investor zu bringen. Das liegt vor allem am für das Gelände bestehenden Bebauungsplan und an den Grundstücken zwischen den beiden zu verkaufenden. Bis Mitte der 1990er Jahre war der Platz der zentrale Busbahnhof von Magdeburg. Er wurde von den Buslinien der Stadt und des Umlandes angefahren.

Aus diesem Grund gehören noch heute Teile des Geländes der Stadt Magdeburg und dem Bördekreis. Zusammen mit den Grundstücken der TLG also ein "Flickenteppich". Der jedoch soll, so will es der Bebauungsplan, lückenlos, also möglichst mit einem in sich geschlossenen Baukörper überbaut werden. Auch müssen die oder das Gebäude mindestens zehn Meter hoch sein. Erlaubt darin sind nur Wohnungen, Einzelhandel und Büros.

Die Stadt ist an einem Kauf der TLG-Grundstücke weiterhin nicht interessiert, im Gegenteil, auch sie wolle ihr Grundstück möglichst veräußern. Die Parkplätze, die zum Teil unter städtischer Regie, zum Teil von einem Privatunternehmen betrieben werden, könnten kurzfristig aufgegeben werden. Sie seien nur als Übergangslösung vorgesehen, so Rathaussprecher Michael Reif gestern.

Würde der ehemalige Busbahnhof bebaut, würden für die Innenstadt rund 225 Parkplätze verloren gehen.