Magdeburg l Mit großen Schritten voran gehen die Arbeiten zum Abriss von Plattenbauten aus den 1960er und den 1980er Jahren zwischen Breitem Weg und Leibnizstraße. Die Mieter des Wobau-Blocks Breiter Weg 257 bis 260 haben jetzt die ordentliche Kündigung ihrer Mietverträge zugestellt bekommen.

Bis in den Spätherbst möchte das kommunale Wohnungsbauunternehmen demnach das Gebäude in Fliesenoptik leergezogen haben. Als Grund wird der hohe Sanierungsaufwand genannt, der für die Instandsetzung des Plattenbaus beispielsweise mit Blick auf die veraltete Fassade und fehlende Dämmung notwendig wäre: Eine Sanierung des Blocks sei vor diesem Hintergrund wirtschaftlich nicht vertretbar.

Am benachbarten ebenfalls vier Eingänge mit jeweils 32 Wohnungen umfassenden Block Breiter Weg 261 bis 264, der jeweils zur Hälfte den Genossenschaften "Otto von Guericke" und Magdeburger Wohnungsgenossenshaft MWG gehört, sind die Vorbereitungen für den eigentlichen Abriss weit vorangeschritten: Ein großer Bagger hatte vorgestern bereits an der Giebelseite zur Danzstraße hin Position bezogen.

Um den Zugang zu dem Gelände zu sichern, sind zwei Bereiche mit seit gestern geltenden Halteverboten belegt worden. Bei diesen handelt es sich zum einen um den Teil der Haeckelstraße, der hinter dem Katharinenhaus an der Leibnizstraße 4 den rückwärtigen Bereich der beiden achtgeschossigen Plattenbauten erschließt. Zum anderen ist jetzt auch ein Halteverbot eingerichtet worden im Bereich des Wendehammers, der sich an das Nordende der Leibnizstraße anschließt und der im Seitenbereich in der Vergangenheit in Nachbarschaft zum inzwischen leergezogenen Wobau-Block an der Danzstraße auch Stellplätze abseits der in der Innenstadt ansonsten nahezu flächendeckend vorhandenen kostenpflichtigen Parkzonen bot.

Von besonderem Interesse ist der Bereich des südlichen Breiten Wegs, als dass hier eine stadtplanerisch anspruchsvolle neue Gestaltung das Gelände gegenüber dem Friedensplatz und dem Bürgerbüro Mitte von der Seite des Breiten Wegs sowie gegenüber dem Dom und der einstigen Staatsbank von Seiten der Danzstraße beleben soll. Konkrete Pläne liegen dafür jedoch noch nicht vor, da die Eigentümer zuvor die Vorgaben seitens des Stadtrats im Zuge eines Bebauungsplanes abwarten müssen. Nichtsdestotrotz konnten die Arbeiten für den Abriss bereits beginnen, selbst wenn noch keine Zusage zu Fördermitteln für die Neubebauung vorliegt.

Das neu zu gestaltende Ensemble, das große Teile der Flächen zwischen der Einmündung Hegelstraße/Danzstraße und der Einmündung Keplerstraße/Breiter Weg umfasst, ist eines der größten Projekte zur innerstädtischen Neubebauung der vergangenen Jahre. Von der Fläche her kommt es am ehesten Vorhaben wie dem Bau der Einkaufszentren an der Ernst-Reuter-Allee nach der Wende 1990 nahe. Ausgenommen von den Plänen sind die Altbauten in dem Viertel, die sich bis auf eines nicht im Eigentum der drei Akteure befinden. Und auch der eine Altbau der Wobau an der Danzstraße wird nicht abgerissen, sondern saniert - ebenso wie das Eckgebäude an der Hegelstraße/Danzstraße. In sanierter Form wird dieses Haus als einziger Plattenbau in dem Viertel erhalten bleiben.