Magdeburg l Im Spätsommer soll mit den Bauarbeiten zur Erneuerung der Ufermauer in der Zollstraße begonnen werden. So sieht die Planung des Magdeburger Tiefbauamtes aus. Tiefbauamtsleiter Thorsten Gebhardt stellte den ersten Entwurf den Werderanern auf einer Bürgerversammlung am Montagabend vor.

Innerhalb von elf Monaten soll von Zollbrücke bis zum Nordbrückenzug eine neue Hochwasserschutzmauer gebaut werden. Die durchgehende Stahlbetonwand soll nicht nur mit Natursteinen für eine schönere Optik verkleidet werden, sondern auch Glaselemente erhalten, die einen Blick auf die Elbe gewähren.Eine Spundwand soll zudem die stark durchlässigen Bodenschichten unterhalb der Schutzwand abdichten. Baukosten: ca. 3,5 Millionen Euro.

Die Mauer soll künftig vor einem Hochwasser mit einem Pegel von maximal 7,80 Metern schützen. Mit dem neuen Richtwert von 7,80 sind ca. 30 Zentimeter Puffer zum Rekordhochwasser 2013 enthalten.

Ziel der umfangreichen Baumaßnahme sei es, den Werder bei Hochwassereignissen nicht mehr durch Sandsack-Dämme zu schützen. "Für die wirksame Bekämpfung einer Hochwasserkatastrophe ist die bautechnische Ertüchtigung gefährdeter Uferbereiche unumgänglich", erklärte Baubeigeordneter Dieter Scheidemann am Montagabend.

Für einen verbesserten Hochwasserschutz muss auch der Aufenthaltsbereich in der Zollstraße zurückgebaut werden, da die Tragfähigkeit des Balkons nicht mehr gewährleistet werden kann. Mit Glaselementen soll der Bereich aber aufgelockert werden, verspricht Thorsten Gebhardt.

Der Bauabschnitt in Höhe der Kahnstraße bis zum Nordbrückenzug stellt die Stadt vor eine Herausforderung. Im Bereich der befestigten Steilböschung können keine Spundwände gerammt werden. Hier werde nach einer anderen Lösung gesucht. Generell plant das Tiefbauamt, entlang der gesamten Zollstraße (1035 Meter) eine Stahlbetonmauer in einer Höhe von 1,30 Metern zu errichten. Die jetzige Mauer ist durchschnittlich 90 Zentimeter hoch. Allerdings zeigte sich am Montag, dass einige Anwohner gerade diese 1,30 Meter hohe Mauer nicht wollen. Hochwasserschutz bitte ja - aber doch nicht hier, wo er die Sicht auf das Stadtpanorama und die Elbe versperrt. Da blieb die Forderung nach mehr Glaselementen bei den Anwohnern nicht aus. Doch aus Sicht der Stadt sei hier der finanzielle Aufwand und die Wartung zu groß. "Ein Quadratmeter Sicherheitsglas kostet 1500 Euro. Für einen laufenden Meter würde man drei Quadratmeter des Glases benötigen", erklärte Dieter Scheidemann.

Ordnungsbeigeordneter Holger Platz deutete an, dass die Ufermauer aufgrund der abschüssigen Straße auch an einigen Stellen niedriger gebaut werden könnte. Die Diskussion um die Höhe der Mauer konnte nicht jeder Bürger nachvollziehen. "Ich sehe kaum Anwohner, die entlang der Zollmauer spazieren und die Aussicht genießen", meinte eine Anwohnerin.

Bei den Planungen für den Bereich der Zollstraße wurde die Problematik des Drängwassers jedoch nicht berücksichtigt. Das Drängwasser aus der Kanalisation lässt sich kaum verhindern, argumentierte Holger Platz. Hier werden im Katastrophenfall Pumpen zum Einsatz kommen.

Zur Sprache kam am Montagabend auch der Bewuchs an der Zollmauer. Zukünftig solle der Mauerbereich frei von Bewuchs bleiben. Jedoch könne man nicht, wie von vielen Werderanern gewünscht, den Bewuchs komplett entfernen. Hier sei man schließlich an Umweltschutzrichtlinien gebunden, so Platz.

   

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