Magdeburg l Ausgangssperre wegen Wildschweinen, wie in Bitterfeld passiert, und Schwarzkittel, die, wie in Berlin, durch die Straße laufen - so weit will es die Stadt Magdeburg nicht kommen lassen. Darum wurde am 1. April ein Projektteam "Wildtiere in Magdeburg" eingerichtet. Sieben Mitglieder hat das Team, die von der Kreisjägerschaft, der Jagdprüfungskommission der Stadt und des Naturschutzverbandes Nabu gestellt werden. Geleitet wird die Gruppe von Jan Driesnack, angesiedelt ist sie bei der Jagdbehörde des städtischen Ordnungsamtes.

Eine der wichtigsten Aufgaben des Projektteams soll es sein, den Wildtierbestand in Magdeburg überhaupt erst einmal zu ermitteln. "Wir haben in den vergangenen Jahren einen Anstieg der Zahl von Wildtieren in Magdeburg zwar festgestellt, aber genaue Zahlen dazu haben wir nicht", sagt Holger Harnisch, zuständiger Fachdienstleiter beim Ordnungsamt. Diese Daten soll das Projektteam ermitteln. "Nur so können wir gezielt Maßnahmen ergreifen und früh genug auf die Entwicklung reagieren." Vor allem gehe es um Waschbären, Wildschweine, Füchse, Rehwild und Marder. Wildtiere im Stadtgebiet sind zwar durchaus normal, könnten aber auch zu Problemen führen, wenn der Bestand zu groß werde. Schlagzeilen hatten im vergangenen Jahr in Magdeburg Wildschweine gemacht, die auf Friedhöfen, in Gärten und im Stadtpark erhebliche Schäden angerichtet hatten. Damals hatte sich die Stadt zur Bejagung des Schwarzwildes entschlossen. Auch Waschbären würden von Bürgern immer häufiger der Stadt gemeldet.

In diesem Zusammenhang sagte Harnisch aber, dass "der Aufgabenbereich der Projektgruppe nicht nur im Jagdbereich liegt". Die Gruppe solle sich um alle Wildtiere in Magdeburg kümmern und auch ermitteln, welche geschützt werden müssten. "Wir sind darum auch froh, dass wir eine versierte Mitarbeiterin des Nabu für die Projektgruppe gewinnen konnten." Neben der Ermittlung des Wildtierbestands gehören die Unterstützung von Polizei und Feuerwehr bei Wildunfällen, die Durchführung von Jagdmaßnahmen im innerstädtischen befriedeten Bereich, die Schadens- und Gefährdungsanalyse in Sachen Wildtiere und die Beratung von Grundstückseigentümern und Gartenbesitzern zu den Aufgaben der Projektgruppe. Und sie muss dem Stadtrat regelmäßig Auskunft über den Stand der Dinge geben.

Zu erreichen ist Gruppenleiter Jan Driesnack, er ist auch Mitglied der Kreisjägerschaft und der Jagdprüfungskommission, über die Jagdbehörde der Stadt unter Telefon 5402051 oder 5402052.

Übrigens: Die Wildschweine im Stadtpark mussten in diesem Jahr noch nicht wieder bejagt werden. "Es sind wohl weniger geworden", so Harnisch.

 

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