Magdeburg (jza) | Die Entscheidungen sind gefallen, die Finaltickets vergeben. Zwei von sechs Bands hatten am Wochenende noch einmal die Chance, Jury und Publikum des SWM-Talentverstärker-Bandcontestes zu überzeugen.

Gleich zweimal haben die Juroren an diesem Abend das Gefühl gehabt, nicht bei einem Bandcontest zu sein. Es sei, als wären sie in einem Club gewesen, in dem sie genau die Musik zu hören bekamen, die sie hören wollten. Das verkündete die Jury kurz vor der Bekanntgabe der Sieger. Die Menge jubelte, Moderator Andre Gottschalk spannte seine Lauscher auf und die Künstler warteten gespannt auf die Urteile. Zwei Bands hatten Jury und Publikum gleichermaßen überzeugt: Kelso Lane und Berlin Syndrome.

Sie werden gemeinsam mit den Gewinnern der vorherigen Ausscheide - Delta und Bobby Ka sowie In Sane und Screw FM - am 10. Mai auf der Factory-Bühne stehen und um die Gunst der Jury und damit um die Produktion einer EP spielen beziehungsweise um die Gunst des Publikums und damit um einen Auftritt beim "Rocken am Brocken"-Festival. Die Freude der Siegerbands ist groß. Doch wie kam es dazu?

Berlin Syndrome, das sind Robert Meinel, Marcel Behrens (beide Gitarre), Graeme Salt(Gesang), Matthias Wagner (Bass) und Marvin Jiménez (Schlagzeug). Die "international band", wie sie Sänger Graeme vorstellte, spielte sich in die Herzen der Zuhörerschaft. Neben Stimme und Musik überzeugte auch die Publikumsnähe des Sängers: Zu Beginn trat er aus dem Publikum auf die Bühne; zwischendurch lief er durch die Menge und verschwand am Ende im Bühnennebel. Das Publikum applaudierte begeistert. Es war fasziniert von den englischen Texten und von Gast-Sängerin Anne Kühne alias Ennablum. Die 23-Jährige hatte Graeme vor einem Jahr kennengelernt und gemeinsam haben sie beschlossen aufzutreten. Das Resultat: eine harmonische Performance, die die Band zum Publikumsgewinner kürte.

Jede Menge Applaus erntete auch die Rockband Fallen to Rise. Vor gut gelauntem Publikum, zu dem auch der Fanclub aus dem Jerichower Land gehörte, spielte die Band um Sängerin Julia Dorne eine Mischung aus Hard Rock und Melodic Metal. Mit E-Gitarre und schnellen Drums heizten die sechs die Sudenburger Markthalle mächtig an. Da die Musiker jeden Sonnabend in der heimischen Garage proben, sind die Eltern von Sängerin Julia den Nachbarn dankbar: "Sie sind sehr tolerant", freuen sich Andreas und Solveig Dorne.

Auch die Band Reena schmetterte hausgemachte Rockmusik. Die vier sympathischen Jungs lieferten eine Erinnerung an die US-amerikanische Metal-Band Metallica mit der Ballade "Nothing else matters": harte Gitarrenriffs und dazu eine sensible Stimme. Die kamen von Bert Schulze, der vor allem bei den weiblichen Fans auftrumpfte. Für Luisa Kummer und Laura Richter stand die Entscheidung schnell fest: "Reena ist unsere Favoriten-Band, der Sänger hat eine tolle Stimme", so die Mädels. Mit dem Organ von Gwen Stefani (Frontsängerin der Rockband No Doubt) lässt sich die Stimme von Nicole Weichert der Declaimers vergleichen. Die 22-Jährige und ihre vier Jungs haben schon 2013 an diesem Bandcontest der SWM teilgenommen. Auch wenn sie am Sonnabend gezeigt haben, dass die Kritik aus dem letzten Jahr fruchtete, hat es für den Sieg leider nicht gereicht.

Den Abschluss mit Überraschungseffekt bildete Kelso Lane. "Uff jeht`s!", rief Sänger Martin Becker zu Beginn in Mundart. Daraufhin präsentierte die Band durchgestylte deutsche Texte aus dem gemeinen Alltag - das Ganze im Reggae-Ska-Style. Schließlich wählte die Jury Marlén Bauer (Gesang), Martin Becker (Gesang, Mandoline, Banjo, Gitarre), Robert Feller (Bass), Jakob Jerratsch (Schlagzeug) und Felix Petzke (Keyboard) zu den Gewinnern.

Großer Jubel kam nicht nur seitens der Sieger des letzten Vorentscheides. Die Fans freuten sich gemeinsam mit den Bands und auch die Jury war zufrieden. Maxim Chubarov, Jurymitglied und Keyboarder der SWM-MusiCids-Gewinner-Band 2010 "Cindy Ciser" resümierte: "Wir sind wirklich sehr zufrieden mit den heutigen Auftritten."

   

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