Magdeburg (ka) | Zu Gewürzen, Fleisch und Broccoli gab es in der jüngsten Ausgabe der Kochshow "Magdeburger Allerlei" eine gehörige Portion Musik garniert mit zahlreichen Anekdoten. Bereits als Sachsen-Anhalts Landtagspräsident Detlef Gürth das Gemüse für seine Orecchiette mit Broccoli und Büffelmozzarella schnippelte, verriet er seinem Gastgeber, dem Stadtmanager Georg Bandarau, dass er in jungen Jahren eigentlich geplant hatte, Karikaturist zu werden und erst durch Zufall über den Karnevalsverein seiner Heimatstadt Aschersleben zur Politik gekommen sei.

Dieser Werdegang sei absolut naheliegend, denn "wenn Politiker keinen Spaß verstehen, dann hat bald niemand mehr etwas zu lachen". Zudem erzählte Gürth, wie er und seine aus Italien stammende Ehefrau Paola sowie sein fast vierjähriger Sohn begeisterte Magdeburger geworden sind und wie man das Leben in der Landeshauptstadt fast wie in "Bella Italia" genießen könne.

Nachdem Detlef Gürth die Pasta als kleine Öhrchen mit dem würzig-duftenden Sugo und knackig blanchierten Broccoliröschen angerichtet hatte, überraschte ihn Bandarau mit einer E-Gitarre, die er heimlich von dessen Frau organisiert hatte. Und nachdem er sich ein wenig geziert hatte, bewies er, unterstützt von seinem "zufällig" im Publikum sitzenden Schlagzeuger und Ex-Wirtschaftsminister Mathias Gabriel, dass er nicht nur Spaß versteht, sondern auch "den Blues im Blut" hat.

Während der Pause begeisterte die schweizerische Sopranistin Julie Martin du Theil, begleitet von dem zweiten Kapellmeister Pavel Poplawski, mit der Arie "Salut à la France" aus Donizettis Oper "Die Regimentstochter" das Publikum, ehe der aus Basel stammende 1. Solohornist der Magdeburgischen Philharmonie, Ueli Bitterli, Deftiges aus der schweizerischer Heimat zubereitete. Während Bandarau mit der eigens mitgebrachten "Röstiraffel" die Kartoffeln für knusprig-braune Kartoffelrösti raspelte, erzählte der Musiker von schweizerischen Volksentscheiden, an denen er natürlich per Briefwahl teilnimmt und von der ebenso basisdemoratisch strukturierten Prozedur, die ein Musiker durchlebt, wenn er sich um eine Stelle als Orchestermusiker bewirbt. Auch die zwei kleinen Kinder und seine Ehefrau, die aus Hamburg kommt, jetzt aber in Magdeburg Medizin studiert, sind hier heimisch geworden. Deshalb habe die internationale Familie Bitterli gerade ein eigenes Heim in Reform bezogen.

Da es Moderator Georg Bandarau gelungen war, ungesehen auch das Alphorn des Orchestermusikers in das Café des Opernhauses zu schmuggeln, kamen die Zuschauer zum Schluss der Talk- Kochshow in den Genuss, alpenländischen Melodien auf dem Naturtoninstrument zu lauschen. Zwar verzichtete Bandarau an diesem Abend auf den Genuss von Fleisch und Alkohol, die Zuschauer aber fanden, dass das Zürcher Geschnetzelte dennoch eine Sünde wert sei, nachdem sie dieses ebenso wie die Kartoffelrösti und die Orecchiette mit Broccoli und Büffelmozzarella in Kostproben von "rossini"-Gastronom Jens-Uwe Kallmeyer verkostet hatten.

Die nächste Ausgabe vom "Magdeburger Allerlei" gibt es am 11. November - dann kochen Kammersängerin Undine Dreißig aus dem Opernensemble des Theaters Magdeburg und Alois Kösters, Chefredakteur der "Magdeburger Volksstimme".

Die Sendung mit Detlef Gürth und Ueli Bitterli wird am heutigen Freitag um 20.15 Uhr im Offenen Kanal zu sehen sein.

Bilder