Das gab es in der Landeshauptstadt noch nie. Mehr als 9400 Personen sammelten in 338 Aktionen fast 550 Tonnen Müll ein. Damit stemmten die Magdeburger den größten Frühjahrsputz aller Zeiten.

Magdeburg l Der alte Frühjahrsputz-Rekord stammt aus dem Jahr 2010. Damals beteiligten 8400 Magdeburger an der Aktion. In diesem Jahr kamen noch einmal 1000 Leute mehr. "Mein Dank gilt allen Vereinen, Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen", sagte Oberbürgermeister Lutz Trümper bei der Abschlussveranstaltung zur Putzaktion im Mückenwirt. Besonders die Kleingärtner hätten Überragendes geleistet, so Trümper weiter. Mehr als die Hälfte der Freiwilligen sei aus dem Umfeld der Laubenpieper gekommen. Der Abfallwirtschaftsbetrieb stellte für den Frühjahrsputz wieder kostenlos Container für die Abfälle zur Verfügung.

Bei der Veranstaltung im Mückenwirt appellierte Trümper an alle Magdeburger, sich für eine saubere und schönere Stadt zu engagieren. "Grundsätzlich ist eine Stadt wie Magdeburg bei der Einhaltung von Ordnung und Sauberkeit immer auf das Engagement ihrer Bürger angewiesen", sagt er. Grundsätzlich könne jeder Einzelne vor der eigenen Haustür und in der Nachbarschaft darauf achten, dass Abfall nicht in Grünanlagen landet, keine wilden Müllkippen entstehen und Hundehalter die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner beseitigen, so Trümper weiter. Für das nächste Jahr kündigte Trümper bereits eine Neuauflage der Aktion an.

Wirft man einen Blick in die aktuelle Sachsen-Anhalter Müllstatistik von 2012, rangiert die Landeshauptstadt am Ende. Regional gibt es allerdings große Unterschiede. Während beispielsweise der Landkreis Stendal mit 108 Kilogramm Haus- und Sperrmüll pro Einwohner an der Spitze steht, der Altmarkkreis Salzwedel 177 Kilogramm pro Bewohner im Mittelfeld landete, bekam die Landeshauptstadt mit 265 Kilogramm als Schlusslicht die rote Laterne.

Bevor Vertreter von Vereinen, Bürgerinitiativen, Kindertagesstätten und Schulen stellvertretend für die vielen Freiwilligen eine Urkunde und kleine Präsente bekamen, richtete sich Trümper noch einmal direkt an die Kleingärtner. Die Stadt mache keinen Kleingarten dicht, wenn der Gartenverband nicht sein Okay geben würde. Im Publikum saßen nicht nur viele Laubenpieper, sondern auch Ute Simon, Chefin des Verbandes der Gartenfreunde Magdeburg. In dem Verband sind mehr als 14 000 Kleingärtner organisiert. Einzelne Gartensparten haben hohen Leerstand. Verbandschefin Simon weist immer wieder darauf hin, dass der Umgang mit dem hohen Leerstand die Herausforderung für die Zukunft sei.

Hintergrund für Trümpers Äußerung beim Frühjahrsputz: Im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass Magdeburg nach Stadtfeld auch Kleingärten im Neustädter Feld in Bauland für Eigenheime umwidmen will. Während der Verband Zustimmung signalisierte, hagelte es von einigen Schollenbesitzern Kritik. Erst vor wenigen Wochen kündigte der erste Verein seinen Austritt aus dem Verband an.