Magdeburg l Nichts geht mehr auf der Notabrissbaustelle an der Semmelweisstraße/Leipziger Straße. Und das seit mehr als vier Monaten. Das Gelände ist umzäunt, überall hängen Verbotsschilder. Dahinter ein riesiger Schuttberg und ein zur Hälfte abgerissenes Haus. Nach Informationen der Volksstimme wurden die Arbeiten abrupt gestoppt, weil der Notabriss ein weiteres leerstehendes Haus zum Einstürzen bringen könnte. Bei dieser Immobilie soll es aber noch Streitigkeiten mit einem der Hauseigentümer geben.

Was war passiert: Völlig überraschend gab die Bauaufsicht im vergangenen Jahr bekannt, dass der Altbau an der Leipziger Straße 32 einsturzgefährdet sei. Die Behörde untersagte sogar die Benutzung angrenzender Gewerbeflächen. In unmittelbarer Nachbarschaft zu der Baustelle befinden sich mehrere Geschäfte und eine Bank-Filiale. "Früh standen plötzlich Leute in unserem Geschäft und sagten, dass wir sofort schließen müssen", berichtete eine Mitarbeiterin der Volksstimme. Begründung: Gefahr im Verzug. Eine Vorwarnung habe es nicht gegeben. Mehrere Tage war der Flachbau gesperrt.

Nach dem Teilabriss gab die Bauaufsicht die Benutzung wieder frei, weil keine Gefahr mehr vom angrenzenden Wohnhaus ausginge. Ende des vergangenen Jahres kamen die Arbeiten dann zum Erliegen. Die leerstehenden Gebäude befinden sich in Privatbesitz.

Den Abriss führt die Hagedorn-Unternehmensgruppe mit Sitz in Gütersloh durch. "Die Baustelle sieht nicht schön aus. Aber wir können zurzeit leider nicht weitermachen", sagte Hagedorn-Projektleiter Martin Beese der Volksstimme. Das zum Teil abgerissene Haus ist mit dem leerstehenden Nachbarbau so verbunden, dass weitere Arbeiten möglichweisweise zum Einsturz führen würden.

Das Haus soll zwar auch fallen, doch gibt es noch Probleme mit dem Eigentümer. Dem Vernehmen nach soll es sich dabei um eine Erbengemeinschaft handeln. Und es soll noch die Zustimmung einer Person fehlen. Offiziell bestätigen konnte das der Volksstimme aber niemand. "Wir warten jeden Tag, dass wir weitermachen können", so Projektleiter Beese.

Bereits beim Start des Not-abrisses war klar, dass es möglicherweise Probleme geben könnte. "Bei dem Haus handelt es sich um einen speziellen Fall, der nicht alltäglich ist", schätzte Abrisstechniker Markus Kickert damals ein. Schon damals konnte der Experte keine Angaben zur Baudauer machen. "Es ist wie ein Mikadospiel: Man weiß nicht, was alles zusammenfällt, wenn man eine Ecke anfasst. So marode ist das Haus", sagte er damals.

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