Magdeburg l Würde man die drei Häuser in der Sternstraße 1 bis 3 auseinanderschieben, fehlten dem dritten zur einen Seite die Wände. "Das macht den Abbruch äußerst kompliziert", sagt Dirk Geistlinger.

Der Geschäftsführer des mit dem Abbruch beauftragten Unternehmens erklärt: "Gebäude Nummer 2 könnte allein stehen. Direkt dagegen wurde die Nummer 3 gebaut, ohne eine zusätzliche eigene Außenwand." Damit Gebäude 3 nach dem Abbruch nicht zu einer Seite hin offen ist, muss die Außenwand von Gebäude 2 nun abgetrennt und mit Gebäude 3 verbunden werden.

Gebäude müssen manuell voneinander getrennt werden

Kein leichtes Unterfangen, zumal die Ruine wegen Einsturzgefahr nicht betreten werden darf. "Wir arbeiten deshalb von einem Hubsteiger aus und trennen die Gebäude manuell voneinander", sagt Geistlinger. Etagenweise von oben nach unten werden die Decken und Außenwände der Nummer 2 mit sogenannten Zug- und Mauerwerksankern mit Gebäude 3 verspannt.

Das geschieht zum Teil von den noch genutzten Räumen aus. "Sind diese vorbereitenden Arbeiten erledigt, kommt der Abbruchbagger zum Einsatz", sagt der Abbruch-Experte. Dieser kann in einer Höhe von bis zu 26 Metern arbeiten. "Nach und nach legen wir die Bereiche frei, die schon verankert und mit sogenannten Kopfplatten versehen sind."

Nässe hat dem Bauwerk aus Holz und Mauerwerk zugesetzt

Während die Vorbereitungen bereits Anfang April begonnen haben, beißt sich der Bagger zurzeit durch die obersten Etagen. "Wir arbeiten uns vom Innenhof zur Straße hin durch", erzählt Dirk Geistlinger. Schwierigkeit: Das Gebäude liegt direkt an der Straße. "Deshalb sind der Fußgängerbereich und eine Fahrspur gesperrt." Die Fußgänger werden auf derselben Straßenseite durch einen Tunnel geleitet. "Im Gefahrenbereich - an der Fassade und nahe den Fußgängern - arbeiten wir von der Arbeitsbühne aus", sagt Dirk Geistlinger. Statiker und Architekten begleiten den Rückbau.

Insgesamt hat das Unternehmen acht Wochen für den gesamten Abbruch veranschlagt. Ende Mai sollte also nichts mehr vom Gebäudeskelett zu sehen sein. "Ob wir das komplett einhalten können, ist allerdings noch nicht absehbar", sagt Geistlinger.

Das Gebäude stand jahrelang leer. Durch unzureichenden Schutz konnte Feuchtigkeit eindringen. "Bei solchen Bedingungen verfault ein solcher Holz- und Mauerwerksbau eben", sagt Dirk Geistlinger.