Magdeburg l Teile einer denkmalgeschützten Halle auf dem alten RAW-Gelände sind bei einem Brand in der Nacht von Montag zu Dienstag zerstört worden. Die Ermittler gehen mittlerweile von Brandstiftung aus.

Als die Einsatzkräfte eintrafen, schlug das Feuer bereits auf einer Fläche von 200 Quadratmetern aus dem Gebäude. Es wird vermutet, dass der Brand im Dachgeschoss des ehemaligen Verwaltungsgebäudes ausbrach. Dieser Trakt ist mit der ehemaligen Werkhalle verbunden, die weitestgehend unversehrt blieb, weil die Feuerwehr ein Übergreifen der Flammen verhindern konnte.

Erschwert wurden die Löscharbeiten durch das schwer zugängliche Gelände. So konnte etwa keine Drehleiter in der Nähe des Brandherdes in Stellung gebracht werden. Der einzige ergiebige Hydrant befand sich laut Feuerwehr in einer Entfernung von 700 Metern. Deshalb musste das Wasser mit Verstärkerpumpen herangeholt werden. Bis zum Dienstagmittag waren Feuerwehren vor Ort, löschten Glutnester.

Brisanz bekommt der Vorfall zusätzlich, weil das RAW-Gelände derzeit auch Gegenstand einer gerichtlichen Auseinandersetzung ist. Ein Investor will auf dem Gelände einen 10-Megawatt-Solarpark bauen. Weil dafür auch Gebäude abgerissen werden sollen - darunter die alte Werkhalle - stellt sich die obere Denkmalschutzbehörde quer. Der Neueigentümer des Geländes reichte Klage ein. Nach Informationen der Volksstimme soll der Streitfall nun am 24. Juni vor dem Magdeburger Verwaltungsgericht verhandelt werden.

Noch am Montag bestätigte das Berliner Unternehmen Saferay Construction der Volksstimme telefonisch, dass man gemeinsam mit dem Grundstückseigentümer an den Sonnenpark-Plänen auf dem Gelände festhalte.

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