Magdeburg l Dass ein Investor auf dem Gelände einen 10-Megawatt-Solarpark errichten will, stieß auch bei den Magdeburger Stadträten auf Zustimmung. Bereits im März 2012 war eine Ratsmehrheit der Solarpark-Idee gefolgt und hatte die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens beschlossen. Aufgrund des Rechtsstreits zwischen Denkmalschützern und RAW-Eigentümer ruht das Verfahren seit 2012.

Mit dem nun anstehenden Termin am Verwaltungsgericht Magdeburg im Juni sollte eigentlich eine Entscheidung fallen. "Wir werden sehen, wie stark die Halle beschädigt ist", sagte Denise Vopel, Sprecherin des Landesverwaltungsamtes der Volksstimme. Das Landesamt für Denkmalschutz habe nun einen Gutachter beauftragt. Der soll prüfen, "ob das Denkmal noch ein Denkmal ist", so Vopel zur Volksstimme. Falle das Urteil negativ aus, habe sich das Verfahren in Luft aufgelöst, so die Sprecherin weiter. Der Solarpark-Investor war bis Redaktionsschluss für die Volksstimme nicht erreichbar. Am Montag versicherte er noch, dass sich an den Plänen nichts geändert habe.

Immer wieder war das RAW-Gelände in den vergangenen Jahren in die Schlagzeilen geraten: eingestürzte Dächer, offene Schächte und ein vom Schornstein abgestürzter Kletterer. Laut Baudezernat führt das Stadtordnungsamt derzeit aller 14 Tage Kontrollen an dem Gelände durch. Doch immer wieder würden - zuletzt Mitte April - Tore mutwillig geöffnet (Volksstimme berichtete). Es sei schwer, so ein Gelände zu sichern, heißt es von Polizei und Feuerwehr gestern auf Volksstimme-Nachfrage.