Magdeburg l Wenn am Wahlsonntag, 25. Mai, die Magdeburger ihren neuen Stadtrat wählen, wird Harald Weiß arbeiten. Der 58-Jährige ist an diesem Tag als Wahlhelfer tätig. Aus diesem Grund machte er bereits am Donnerstag seine Kreuzchen - drei zur Kommunalwahl, eines für das Europäische Parlament. Als Harald Weiß gegen Mittag in der Briefwahlstelle im Katzensprung 2 eintrifft, warten bereits etliche Magdeburger darauf, ihre Unterlagen in Empfang nehmen zu können. Der Andrang ist groß.

Seit Öffnung des Lokales am Montag haben sich bereits 5300 Elbestädter an den Wahlen beteiligt. Dr. Tim Hoppe, Amtsleiter für Statistik und stellvertretender Wahlleiter, rechnet mit bis zu 14 000 Briefwählern. Eine leicht steigende Tendenz im Vergleich zu vorherigen Wahlen. Auf eine generell höhere Wahlbeteiligung lasse das jedoch nicht schließen, betont er. Die Motive, schon jetzt seine Stimme abzugeben, seien vielfältig. "Manche wissen, dass sie am Wahlsonntag verhindert sein werden oder wollen sich den Wahlvorgang in Ruhe erklären lassen", sagt er.

So auch bei Harald Weiß. Ihm sei es sehr wichtig, zu wählen. "Es gibt wenige Möglichkeiten, direkt Einfluss auf die Politik zu nehmen - das ist die wichtigste", sagte er. Bevor Harald Weiß jedoch seine Stimmzettel in Empfang nehmen konnte, kontrollierte Wahlhelferin Bärbel Marks die Übereinstimmung von Personalausweis und (von ihm ausgefüllter) Wahlbenachrichtigung.

Die eigentlichen Unterlagen erhielt Harald Weiß letztlich von Wahlhelfer Detlef Zimpel - samt ausführlicher Erklärung. Denn durch die parallel laufende Wahl des Europäischen Parlaments ist Obacht geboten: Ein Kreuz für einen Abgeordneten, der ins Europäische Parlament entsandt werden soll, diesen Stimmzettel in einen blauen Umschlag und den blauen in einen roten Umschlag. Für die Wahl des Magdeburger Stadtrates können drei Kreuze gesetzt werden. Dieser Stimmzettel wird in einen roten Umschlag gesteckt, der wiederum samt unterschriebenem Wahlschein in einen blauen Umschlag gepackt wird. Nicht verstanden? Kein Problem, Detlef Zimpel erklärt es gern ein zweites oder drittes Mal, bevor die Wähler in eine der sechs Wahlkabinen geschickt werden.

Und trotzdem steckte Harald Weiß versehentlich einen der Stimmzettel in den falschen Umschlag. Blau in Rot statt Rot in Blau. Doch auch das sei kein Problem, sofern der Wähler es rechtzeitig bemerkt. Für derartige Fälle steht nämlich Jan Kirchner mit "Ersatzumschlägen" bereit, so dass auch bei Harald Weiß letztlich die richtige Farbe in der richtigen Urne landete: Rot für die Europawahl und Blau für die Kommunalwahl.

   

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