Magdeburg l Das Sterntor steht schon seit drei Jahren wiederaufgebaut am Domplatz. Man passiert es an der nordöstlichen Seite auf dem Weg zum Kloster. Doch wie es so dasteht, hat es noch nichts von seinem alten Glanz zu bieten. Den kann nur erahnen, wer die alten Bilder sieht.

Kunstvolle Reliefs an den Säulen und dem oberen Torbogen, und das eigentlich Glanzvolle thront obenauf: die sogenannte Krönung - eine anderthalbfach überlebensgroße Figurengruppe. Ihre Wiederherstellung wird die eigentliche Herausforderung und nach Schätzungen des Kuratoriums zum Wiederaufbau des Sterntores knapp 200.000 Euro kosten. "Um die Krönung des Sterntores perfekt zu machen, rechnen wir noch mit fünf bis zehn Jahren", sagt Frank Schuster vom Kuratorium.

Teile des alten Sterntores sind indes noch erhalten, von den Seitenreliefs etwa. Sie müssen allerdings aufwendig rekonstruiert werden.

Besucher des Aktionstages auf dem Firmengelände der Paul Schuster GmbH an der Münchenhofstraße konnten sich davon selbst ein Bild machen. Neben den einst geretteten Teilen des originalen Sterntors (erbaut 1723) werden derzeit verzierende Elemente des Tores nach historischem Vorbild rekonstruiert. So arbeitet Sophie Erdmann, angehende Steinmetzin im 3. Lehrjahr, an dem Ornament aus Palmenwedeln für die Säulenreliefs. Für sie eine echte Herausforderung. "Es ist toll, dass ich an diesem großen Projekt mitarbeiten kann", sagt sie stolz und lässt sich gern beim Meißeln über die Schultern schauen.

Im Herbst 2014 soll die Kartusche, so die Bezeichnung, auf dem Torbogen am Domplatz angebracht werden. Es folgen die rekonstruierten Säulenreliefs. "Wie schnell wir damit sind, hängt vor allem vom Spendenaufkommen ab", berichtet Frank Schuster. Rund 35.000 Euro werden noch benötigt für die Fertigstellung unter anderem der Säulenreliefs und das umlaufende Kranzgesims.

Ein kleines Stück ging es am Sonnabend auf diesem Weg voran. Der Aktionstag brachte neue Sternstunden für das Sterntor, denn die von der Firma Paul Schuster und dem Kuratorium verkauften Sandsteinteile historischer Gebäude konnten am Ende ca. 3500 Euro in den Spendentopf spülen. Weitere interessante Elemente, etwa von Säulen oder zierreichen Kirchen-Maßwerken, warten auf dem Firmengelände noch auf Käufer und könnten die Spendenkasse weiter auffüllen. "Wer Interesse hat, kann sich einfach hier bei uns im Betrieb melden", so Frank Schuster.

 

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