Warum soll die Panoramanahn stillgelegt werden?
Die aktuelle Betriebserlaubnis läuft nach Angeben der Stadt zum 31. Dezember 2014 aus. Eine neue Erlaubnis gibt es nur unter Bedingung, dass der Korrosionsschutz der Schienen und Stützen erneuert wird und weitere Auflagen erfüllt werden. Außerdem sind laut Parkgeschäftsführung die Züge verschlissen und müssten ebenfalls erneuert werden.

Welche Kosten kommen auf die Stadt zu?
Sanierung: Dafür würden nach Angaben der Stadtverwaltung rund 2 Millionen Euro kosten (Kostenschätzung vom Juni 2013).
Stilllegung und Rückbau: Dafür veranschlagt die Stadt Kosten in Höhe von rund 680.000 Euro. Allerdings könnten auch Schrotterlöse von rund 150.000 Euro erzielt werden, so dass die Stadtkasse unter dem Strich mit rund 530 000 Euro belastet werden würde.
Verschenken: Die Stadt würde die Bahn kostenlos an einen sogenannten "Drittvermarkter" abgeben. Dieser müsste im Gegenzug die Kosten für den Rückbau übernehmen. Kosten für die Stadt: keine.

Welche Bedeutung hat die Panoramabahn?
Die Bahn ist seit der Buga 1999 eine der Hauptattraktionen im heutigen Elbauenpark. Für viele Magdeburger und Besucher sind der Park und die Bahn untrennbar miteinander verbunden. Die Besucher schweben zwischen vier und acht Metern über der Erde können auf dem drei Kilometer lagen Rundkurs die Parkanlagen entspannt von oben genießen. Ein- und Ausstiegspunkte sind am Bahnhof Seebühne und am Jahrtausendturm eingerichtet.

Wieviele Parkbesucher fahren mit der Bahn?
Jahr 2011: 41.683 Fahrgäste
Jahr 2012: 35.700 Fahrgäste
Jahr 2013: 28.000 Fahrgäste
(Quelle: eigene Angaben der Parkgesellschaft)

Magdeburg | Verjüngen oder Verschrotten? Darum dreht sich die aktuelle Debatte zur Panoramabahn im Elbauenpark. Nun will nach dem Parkgeschäftsführer auch die Stadt als Eigentümerin die Bahn offiziell stilllegen. Doch diese hat nach wie vor viele Freunde, die den Erhalt fordern. Die Volksstimme fragt deshalb heute die Leser: Hopp oder top?

Die endgültige Entscheidung liegt beim Magdeburger Stadtrat. Der soll am 12. Juni über die Zukunft der Parkbahn abstimmen. Die Volksstimme-Leser können bereits heute ihre Meinung sagen und per Telefon oder im Online-Voting auf volksstimme.de abstimmen.

Der aktuelle Stand

Die Magistratsrunde beim Oberbürgermeister hat am Dienstag die Drucksache DS0186/14 verabschiedet. Der Beschlusstext entspricht einem "Todesurteil" für die schwebende Parkattraktion. Das liest sich so: "Die Gesellschaftervertreter der Natur- und Kulturpark Elbaue GmbH werden angewiesen, in der Gesellschafterversammlung die Stilllegung, den Rückbau bzw. den Verkauf der Panoramabahn nach der aktuellen Sommersaison zu beschließen."

Die Magdeburger Stadtverwaltung, angeführt von Oberbürgermeister Lutz Trümper, folgt damit dem Vorschlag des seit Jahresbeginn im Elbauenpark regierenden Geschäftsführers Steffen Schüller. Dieser hatte bereits vor einigen Wochen in der Volksstimme die Stilllegung der Parkbahn gefordert. Seine Begründung: anstehende Sanierungskosten in Millionenhöhe, die durch die laufenden Einnahmen nicht zu refinanzieren wären. Ohne die Sanierung will das Bauordnungsamt die zum 31. Dezember auslaufende Genehmigung für die Bahn nicht verlängern.

Die Rede ist von rund zwei Millionen Euro Instandsetzungskosten für die Parkbahn. Die kam von Stuttgart (IGA 1993) über Gelsenkirchen (Buga 1997) nach Magdeburg, wurde hier zur Bundesgartenschau 1999 in Betrieb genommen. Nach 20 Jahren im Einsatz, davon 15 in Magdeburg, "ist nun mal eine Sanierung notwendig", so Schüller.

Geschenk mit Haken

Der Parkchef vertritt den Standpunkt: "Wenn man so viel Geld in die Hand nimmt, sollte man in etwas Neues im Elbauenpark investieren." Die Fahrgastzahlen der Bahn seien rückläufig. Der Geschäftsführer könnte sich eine neue Parkbahn, ähnlich der Bördebahn, vorstellen. Diese würde auf den Wegen des Parkes fahren und mehr Stationen bedienen. Die Schwebebahn hat zwei Haltpunkte: Bahnhof Seebühne und Jahrtausendturm.

Die Stadt als Eigentümerin möchte nun ebenfalls die Schwebebahn loswerden. Die klamme Kommune will "weiteren Aufwandserhöhungen entgegenwirken", wie es in der Drucksache für den Stadtrat heißt. Allerdings müsste sie selbst für den Rückbau über eine halbe Million Euro einplanen. Deshalb würde die Stadt ihre Parkbahn am liebsten verschenken. Haken: der Abnehmer müsste sich bereit erklären, die Rückbaukosten im Elbauenpark zu übernehmen.