Magdeburg l Viele Köche verderben den Brei. Oder doch nicht? Eine Gruppe von Jugendlichen ließ es unter Regie der Initiative "Jugend bildet Meinung" drauf ankommen und nutzte die Gelegenheit gleich dazu, der Kommunalpolitik auf den Zahn zu fühlen unter dem Motto "Wählerisch in Ottersleben".

16 Kinder und Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren trafen sich mit Mitgliedern und Kandidaten verschiedener Parteien, die - abhängig vom Ergebnis der Kommunalwahl am kommenden Sonntag - in den kommenden Jahren im Stadtrat die Geschicke der Stadt mitbestimmen könnten. Mit dabei waren Wigbert Schwenke (CDU), Michael Behr (parteilos/ Liste Die Linke), Carola Schumann (FDP), Michael Stage (future), Jacqueline Tybora (SPD), Steffen Krausnick (FDP) und Christian Hausmann (SPD).

Der ausgekochte Plan beim Treff an der Herdplatte in der Ottersleber Ernst-Wille-Sekundarschule: In fünf gemischten Gruppen aus Politik und Jugend wurden beispielsweise Gehacktesstippe, Kartoffeln mit Senfei und Kartoffelauflauf zubereitet. Die Arbeit an Herd und Schneidbrett sollte das Eis brechen - und tatsächlich ging es kurze Zeit nach Beginn des Kochgeschehens um das Leben in der Politik, aber eben auch um den Alltag und um die Freizeitaktivitäten der Hobbyköche.

"Lässige Kandidaten"

"Ich fand es spannend, mal Politiker privat zu erleben und zu sehen, dass sie normale Menschen sind", berichtete der Teilnehmer Max. Und Jenny sagt: "Ich hätte erwartet, dass die Kandidaten mit Schlips und Kragen kommen und fand es dann toll, dass sie ganz lässig waren."

Hinter der Initiative "Jugend bildet Meinung" steckt übrigens ein breites Bündnis von Akteuren. Mit dabei sind die Sekundarschule "Ernst Wille", das Jugend-Informationszentrum Magdeburg, der Jugendverband SJD - Die Falken, das evangelische Jugendzentrum "St. Johannes", die Schulsozialarbeit der Sekundarschule, der Stadtjugendring Magdeburg sowie das landesweite Netzwerk "Wählerisch!".

Die poltische Kochrunde für Jugendliche ist übrigens ein bewährtes Rezept: Etwas Ähnliches gab es schon einmal zur Landtagswahl 2011. Auch damals ging es darum, die Politik zu den jungen Menschen zu bringen, was erklärtes Ziel des Kooperationsbündnisses ist: "Gerade die gewachsene Zusammenarbeit zwischen Schule, Schulsozialarbeit und Jugendarbeit war Garant für den Erfolg der Veranstaltung und zeigte, wie wichtig es ist, politische Bildung gemeinsam anzugehen und in entspannter Atmosphäre einen Austausch anzustoßen", sagt Fabian Pfister, Geschäftsführer Stadtjugendring Magdeburg.

Die Konsequenz: Die Veranstaltung in Ottersleben ist nur eine von mehreren, die der Stadtjugendring mit unterschiedlichen Kooperationspartnern vor den Kommunalwahlen am 25. Mai stadtweit organisiert hat. So standen auch Diskussionen und das Thema Graffiti im Mittelpunkt des Austausches von Kommunalpolitikern und Jugendlichen.