Magdeburg l Ein Brückenschlag ist kein Schnellschuss. Dies beweist ein Blick auf das Magdeburger Projekt zur Neugestaltung des Strombrückenzugs. Bis tatsächlich Bauarbeiter anrücken, dürften noch zwei Jahre ins Land gehen - diese "sichtbaren Termine" sind im Infokasten hervorgehoben: Baubeginn ist demnach 2016.

Trotzdem wird bereits an der Investition gearbeitet. Regelmäßig legt die Verwaltung einen Zwischenbericht vor. Im aktuellen Werk werden unter anderem Varianten für den Pylon, an dem die Tragseile für die Brücke befestigt sind, untersucht. Das Rennen hat die abgebildete Variante mit parallelen Pylonstielen gemacht. Großer Pluspunkt ist bei diesen beispielsweise ein geringer Flächenverbrauch und damit ein geringeres Konfliktfeld mit den Anforderungen des Naturschutzes.

Alternativen wären A- oder H-Pylone gewesen

Zudem bekommt die senkrechte und schmale Bauweise bezüglich des Stadtbildes Pluspunkte. Hintergrund: Diese Linien würden am wenigsten den senkrecht in den Himmel ragenden Hochhäusern auf dem Werder und dem Dom in die Quere kommen.

Neben der bevorzugten Variante hatten die Planer auch Ideen zu sogenannten A- oder H-Pylonen untersucht, bei denen die Pylonstiele also in der Form der jeweiligen Buchstaben angeordnet sind.

Beim Blick auf die Termine ist von einer deutlichen Trennung zwischen der Verkehrsanlage und den Brücken die Rede. Dies leuchtet nicht zuletzt mit Blick auf den Umfang der anstehenden Arbeiten ein: Unter das Stichwort Brückenbauwerke fallen in dem Gesamtpaket die neue Bru¨cke u¨ber die Alte Elbe, eine neue Bu¨cke u¨ber die Zollelbe, die Instandsetzung und Verla¨ngerung der Neuen Strombru¨cke sowie die grundhafte Sanierung der Anna-Ebert-Bru¨cke und der Umbau der Zollbru¨cke. Die Verkehrsanlagen hingegen umfassen umfängliche Arbeiten zur Anbindung des Heumarkts, zum Großen und zum Kleinen Werder.

Neue Haltestellen stehen auch auf dem Plan

Ganz klar - mit dem Brückenschlag geht auch eine Veränderung des Öffentlichen Personennahverkehrs einher. Grund: Sowohl der Straßenbahn- als auch der automobile Straßenverkehr werden auf die Brückenneubauten verlegt. Die alte Zoll- und Anna-Ebert-Brücke dienen der Anbindung des Werders an Altstadt und Cracau.

Die Folge: Es müssen die Gleise und neue Haltestellen auf dem Werder, in der neuen Bru¨ckstraße unmittelbar hinter der neuen Bru¨cke u¨ber die Alte Elbe sowie in der Cracauer Straße im Bereich des Schulkomplexes zwischen Zuckerbusch und Lassallestraße gebaut werden.

Was übrigens die künftigen Elbehochwasser angeht, so haben sich nur geringfügige Verschiebungen im Vergleich zu früheren Planungen ergeben. Damit ist es aber auch dabei geblieben, dass die Anna-Ebert-Brücke - an der aus denkmalschützerischen Gründen keine großen Veränderungen denkbar sind - nur bis zum Pegelstand von sieben Metern an der Strombrücke auf dem westelbischen Ufer befahrbar sein soll.

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