Magdeburg l Fürsorgliche Finder hatte der kleine Grünfink, der am Freitag vermutlich zum ersten Mal das Nest verlassen hat. Hannelore Kuschel war zu dem Zeitpunkt mit ihrer Nachbarin Sabrina Reising und deren Sohn Paul spazieren und zufällig direkt unter dem Baum, als das Vögelchen fiel.

"Es ist genau auf meiner Schulter gelandet", sagt Hannelore Kuschel. Aus Angst, das Tier könnte an der vielbefahrenen Jerichower Straße zu Schaden kommen, haben die Frauen beschlossen, es mitzunehmen.

"Ich habe dann den Tiernotdienst verständigt, um abzuklären, ob es verletzt sein könnte", sagt Sabrina Reising. "Der Tierarzt hat mir geraten, den Vogel an den Fundort zurückzubringen." Denn selbst wenn es sich dabei um einen Baum an der Straße handelt, sei es der Lebensraum der Tiere. Der Muttervogel würde das Küken finden und sich darum kümmern. "Den Rat werde ich befolgen und es dort ins Gras setzen", sagt die Tierfreundin. "Und hoffen, dass es überlebt."

Die Chancen dafür sind gut. "Denn Jungvögel sind in ihrem Lebensraum nicht verlassen, auch wenn es manchmal so scheint", sagt Annette Leipelt vom Nabu Sachsen-Anhalt. "Durch Rufe sind sie in ständigem Kontakt mit ihren Eltern." Diese Vogelkinder brauchen keine menschliche Hilfe, sondern die Fürsorge ihrer Eltern, die ihnen beibringen, sich in der Welt zurechtzufinden. "Ist der Vogel nicht offensichtlich verletzt, sollte man ihn deshalb in seinem Lebensraum lassen", appelliert Leipelt.

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