Magdeburg l Viel ist von Mageburgs Renaissance- und Gründerzeit-Innenstadt nach dem Zweiten Weltkrieg nicht übrig geblieben. Darum sollen die wenigen Reste, die es noch gibt, auch gepflegt werden. Wie jetzt am Katharinenturm im Breiten Weg. Dort stand bekanntermaßen vor dem "HdL" die Katharinenkirche. Sie wurde zwischen 1964 und 1966 abgerissen. Nur wenig konnte von dem Gotteshaus damals gerettet werden. Die Skulptur der Heiligen Katharina etwa - sie steht in der Wallonerkirche - und das Portal der Kirche. Es liegt, in Einzelteile zerlegt, im Technikmuseum. Nun soll es wieder aufgebaut werden. Das hatte die Wobau, die aus dem HdL den Katharinenturm machen ließ, vor Baustart versprochen.

Dieses Versprechen soll jetzt eingelöst werden - mit Unterstützung der Magdeburger, wie Klaus Zimmermann, Wobau-Aufsichtsratsvorsitzender und Stadtkämmerer, sagte. Dazu wurde ein Kuratorium gegründet, das sich Anfang Juli konstituieren werde. Wichtigste Aufgaben des Kuratoriums sind die Begleitung des Wiederaufbaus des Portals und das Sammeln von Spenden. Denn immerhin: Rund 200000 Euro sind für die Umsetzung des Projekts notwendig. "Das Portal ist zum größten Teil noch vorhanden. Es soll mit Hilfe einer Stahlbeton-Konstruktion wieder aufgestellt werden, und die einzelnen Elemente müssten natürlich auch restauriert werden", so Klaus Zimmermann.

Ein Platz für das Katharinenportal ist bereits ausgewählt. Es soll die Lücke zwischen Katharinenturm und dem südlich angrenzenden Wohn- und Geschäftshaus schließen.

Einen angestrebten Zeitrahmen gibt es auch schon. "Das Mittelschiff der Kirche wurde 1964, also vor 50 Jahren, abgebrochen. Die Sprengung der Türme folgte 1966", so Klaus Zimmermann. Wenn man es folglich schaffe, das Portal in zwei Jahren aufstellen lassen zu können, wäre das ein toller Erfolg. Bis dahin müssen allerdings 200000 Euro gesammelt werden. "Wir werden überall, wo es geht, die Werbetrommel rühren", spricht Klaus Zimmermann auch für seine Kuratoriums-Kollegen. Das sind Wobau-Chef Heinrich Sonsalla, Baubeigeordneter Dieter Scheidemann, ITG-Geschäftsführer Oliver Ball, Bauunternehmer und Stadtrat Hans-Jörg Schuster und Bauingenieur Prof. Dieter Beyer.

"Mit der Spendenaktion wollen wir die Magdeburger auch für ein Stück Stadtgeschichte begeistern", sagt Zimmermann und ruft gleich mal zum Spenden auf. "Wir werden jeden Spender auch auf einer Art Namenstafel am Portal würdigen."

Das Spendenkonto: Landeshauptstadt Magdeburg, IBAN: DE02810532720014000101, BIC: NOLADE21MDG, Verwendungszweck: Spende für Katharinenturm