Magdeburg l Not schweißt zusammen. Das stand am Sonnabend irgendwie über der Premiere für das Elbe-Picknick. Den Spruch hatte zwar niemand aufgeschrieben. Aber die Not, die die Buckauer vor Jahresfrist mit dem Hochwasser hatten, war auch am Sonnabend allgegenwärtig. Dort, wo jetzt Anwohner ausgelassen in der Frühlingssonne heiß-schwarzen Kaffee schlürften und selbst gebackenen Kuchen schlemmten, hatte die derzeit so friedlich dahinfließende Elbe vor knapp 360 Tagen jede Menge Unheil angerichtet.

Und so drehte sich bei den Gesprächen an den Campingtischen und auf den Picknickdecken vieles um das Hochwasser - und was dagegen künftig getan wird. Die Hausgemeinschaft der Bleckenburgstraße 13 c hatte ihren Picknicktisch genau auf dem Grünstreifen aufgestellt, auf dem demnächst ein Deich ihre Straße schützen soll. So jedenfalls sind die Planungen. Die Haugemeinschaft indes schweißte das Hochwasser noch enger zusammen. "Wir waren vorher schon gut miteinander bekannt. Mit dem Hochwasser sind wir aber noch ein Stückchen mehr zusammengerückt", erzählen Gundel und Klaus Mehlfeld, die mit ihren Nachbarinnen Eva Legerlortz und Gertrud Falk den herrlichen Frühlingstag genossen. Ihre Keller waren seinerzeit beim Hochwasser vollgelaufen.

Das Wasser ist inzwischen weg. Geblieben aber ist die Angst vor einerneuen Flut. "Wir hoffen, dass die Hochwasserschutzmaßnahmen an dieser Stelle eher kommen als die nächste Flut", ist sich der Tisch einig. Ob der Wunsch erhört wird, weiß natürlich niemand, weil eine neue Flut jederzeit wieder hereinbrechen kann und der Hochwasserschutz erst in der Planung ist. Welche Schäden ein neues Hochwasser mit sich bringen kann, verdeutlichte eine Fotoausstellung auf dem Picknickgelände. Anwohner pinnten ihre Schnappschüsse von der Flut an einen Bauzaun, bei deren Betrachtung vielen Betrachter noch einmal ein Schauer über den Rücken lief. So war das Picknick selbst eben nicht nur Werbung für ein wunderschönes Fleckchen Magdeburg und wie man es nutzen kann, sondern auch ein erneutes Zeichen an Stadt und Land, die Buckauer beim Hochwasserschutz nicht zu vergessen.

Unabhängig davon gab es auch Lob für die Stadt. Marcel Guderjahn von der GWA: "Die Stadtverwaltung hat das Picknick unkompliziert unterstützt. Der Rasen wurde gemäht. Wir konnten Pavillons ausleihen. " Der Dank ging aber auch an die vielen Sponsoren und Helfer und nicht zuletzt an die Buckauer selbst, die mit Picknickkorb und Decke einmal mehr demonstrierten: Buckau ist schön und lebenswert. Nächster Höhepunkt: Straßenfrühstück im Engpass am 15. Juni.