Magdeburg l "Wir könnten sofort loslegen!" Karl Welte, Vorsitzender des Vereins selbstständiger Gewerbetreibender, Markt- und Messereisender (VSG) ist ein wenig angefressen in Sachen Wohnmobil-Stellplatz. Denn er möchte, dass der vom Verein gemietete Max-Wille-Messeplatz am Kleinen Stadtmarsch genau dafür genutzt wird. Und genau dies hatte Magdeburgs Wirtschaftsbeigeordneter Rainer Nitsche bezüglich einer Stellungnahme der Stadtverwaltung jüngst als eine Idee bezeichnet, die so etwas wie im Sande verlaufen ist.

Der Wirtschaftsbeigeordnete ist inzwischen zurückgerudert, beruft sich auf eine ältere Stellungnahme aus der Stadtverwaltung, in der genau dies bereits formuliert worden sei. Und auf eine E-Mail an den VSG, in dem die Verwaltung die Konditionen, zu denen der Caravan-Stellplatz am Petriförder betrieben wird, erläutert, auf die es aber keine Antwort gegeben habe.

Ebenso übereinstimmend wie unabhängig voneinander erklärten Karl Welte und Rainer Nitsche gegenüber der Volksstimme, sich miteinander verständigen zu wollen.

Gemeinsam mit der Volksstimme hat derweil Jens Hitzeroth, stellvertretender Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses, einen Vor-Ort-Termin mit Karl Welte auf dem fraglichen Gelände absolviert. Der Kommunalpolitiker sicherte dem Vereinsvorsitzenden Unterstützung beim Kampf in Sachen Caravan-Stellplatz zu. Welte verwies u.a. darauf, dass das Gelände für die Schausteller, die in den Zeiten der Frühjahrs- und der Herbstmesse hier in großer Zahl anrücken, mit Strom, aber eben auch mit Wasser- und Abwasseranschlüssen ausgestattet sei. "Die Bedingungen sind in dem Sinne hier sogar noch besser als am Petriförder", sagt Karl Welte. Dafür ist dieses Gelände nicht ganz so innenstadtnah wie das Areal auf der anderen Seite der Stromelbe. Dennoch ist auch von hier die Innenstadt fußläufig zu erreichen, so bequem, wie sonst in kaum einer anderen Stadt der Größe Magdeburgs. Punkten könnte der Max-Wille-Messeplatz darüber hinaus im Gegensatz zum Petriförder neben einer besseren Ausstattung auch mit einer unmittelbaren Nachbarschaft zum Grün des Stadtparks.

Spannende Frage aber: Was ist, wenn die Schausteller den Platz selbst benötigen? Karl Welte: "Die Saison würde hier nach der Frühjahrsmesse beginnen und vor der Herbstmesse enden. Und in der Zeit dazwischen stünde der Platz allein für ein paar Tage nicht zur Verfügung, wenn der Zirkus hier sein Zelt aufschlägt." Eine Tradition also, die sich mit den Wünschen der wohnmobilen Magdeburg-Besucher vereinbaren ließe.

Der Wirtschaftsbeigeordnete machte derweil deutlich, dass die Stadt kein Geld für das Areal ausgeben könnte. Karl Welte: "Das dürfte kein Problem sein." Die Infrastruktur ist weitestgehend vorhanden, "so dass wir Schausteller das an einem Wochenende herrichten könnten". Und einen Platzwart, der in der Saison immer einmal nach dem Rechten schaut und die Gebühren kassiert, werde man auch in den Reihen des Vereins finden.

Hintergrund der Bemühungen der Schausteller, den Messeplatz zwischen Messen und Zirkus zu vermarkten, ist der hohe Preis: Der Verein als Mieter muss einen fünfstelligen Betrag an Stadt und Bund zahlen, um das Gelände bewirtschaften zu dürfen. Als Kompromiss haben die Schausteller inzwischen eine Absprache mit der Vermögensverwaltung des Bunds, dass ein Teil des Geländes nur bei Bedarf genutzt wird.

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