Magdeburg l "Da haben wohl wieder welche Langeweile gehabt", sagt ein junges Mädchen, das gestern morgen mit ihrer Freundin an den ausgebrannten Überresten des Kiosks vorbeigeht. Auch andere Passanten bleiben stehen und blicken kopfschüttelnd auf die Trümmer, die mit rot-weißem Polizeiabsperrband umspannt sind. Im verkohlten Kühlschrank stehen noch die Bierflaschen.

Gegen 3.15 Uhr geht der Notruf eines Zeugen ein. "Ein Imbiss soll in voller Ausdehnung brennen", meldet die Polizei später. Die Berufsfeuerwehr rückt mit 4 Fahrzeugen und 14 Einsatzkräften aus. Der "Imbiss im Feld" mitten auf dem Hermann-Bruse-Platz steht lichterloh in Flammen. Die Feuerwehr macht den Brandherd im Küchenbereich aus und schafft es, das Feuer darauf zu begrenzen. Ein benachbarter Kiosk bleibt dadurch unversehrt. Neben dem eigentlichen Löschen müssen die Einsatzkräfte auch mehrere Flüssiggasflaschen kühlen, um eine Explosion zu verhindern. Mit einer Wärmebildkamera werden anschließend die Brandstelle auf verdeckte Glutnester sowie das Wärmeverhalten der Flüssiggasflaschen kontrolliert.

Aufgrund der Hitzeentwicklung kann die Polizei zunächst nicht nach der Brandursache forschen und bewacht den Imbiss bis in die Morgenstunden. Nach Abschluss der ersten Ermittlungen geht die Polizei am Nachmittag davon aus, dass der Brand "mit hoher Wahrscheinlichkeit gelegt wurde, um einen zuvor begangenen Einbruch zu vertuschen". An der Personaleingangstür festgestellte Spuren deuten darauf hin. Ob etwas gestohlen wurde, können die Beamten aber aufgrund des Schadens nicht feststellen. Dieser beträgt laut Feuerwehr 30.000 Euro.

Am Bruseplatz brennt es nicht zum ersten Mal. 2008 stand der über die Stadtteilgrenzen hinaus bekannte Kiosk von Roswitha Karin Arndt nach einer Brandstiftung in Flammen, wenige Wochen später wurde auch noch in einem Ausweichpavillon Feuer gelegt.

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