Magdeburg (rr) | Mit einer Mahnwache in der Innenstadt hat das Bündnis gegen Rechts Magdeburg am Mittwochnachmittag an die Himmelfahrtskrawalle vor 20 Jahren erinnert. Auf dem Breiten Weg, Ecke Ernst-Reuter-Allee, wehten während der Kundgebung im strömenden Regen an einer Schnur aufgehängte Blätter im Wind. Diese zeigten Zitate von damals Betroffenen sowie Politikern und Medien im Nachgang der fremdenfeindlichen Ausschreitungen. "Was in Magdeburg am Himmelfahrtstag geschah, war ein Alptraum, für die Opfer und für das Land." So hatte ein Journalist eine Woche später die Ereignisse beschrieben.

Pascal Begrich vom Bündnis gegen Rechts sagte am Mittwoch auf der Kundgebung: "Am Himmelfahrtstag des Jahres 1994 jagten 50 bis 60 bewaffnete Neonazis stundenlang Migranten durch die Magdeburger Innenstadt und prügelten auf sie ein. Ein Polizeipräsident erklärte die Ereignisse im Nachgang als unglückliches Zusammentreffen von Sonne und Alkohol. Tatsächlich war es der schlimmste Ausbruch rassistischer Gewalt in Deutschland seit den Angriffen in Rostock-Lichtenhagen 1992."

Am Mittwochabend ist ab 19 Uhr eine Diskussionsrunde im Familienhaus Magdeburg, Hohepfortestraße 14, geplant. Thema: Was ist noch zu tun, damit sich in Magdeburg alle Menschen angstfrei bewegen können und solch einem rassistischen Mob Einhalt geboten wird? Als Gäste erwartet werden Sachsen-Anhalts Sozialminister Norbert Bischoff, der damalige Einsatzleiter der Polizei Johannes Lottmann, Pfarrerin Gabriele Herbst sowie der Vertreter der vietnamesischen Gemeinde Nguyem Duc.

Am Himmelfahrtstag (Donnerstag) findet auf dem Gelände des Familienhauses das diesjährige Magdeburger Fest der Begegnung von 11 bis 15 Uhr statt.