Magdeburg l Gipfeltreffen magdeburgischer Verkehrspolitik vor dem Allee-Center: Mario Peine, Jürgen Canehl und Siegfried Schulz vom ADFC-Regionalverband sind ebenso erschienen wie Volker Mentzel, der beim Tiefbauamt für Verkehrsleiteinrichtungen - sprich Schilder, Markierungen und Co. - zuständig ist, sowie die Mitarbeiter des Tiefbauamtes Dennis Richter und Marcel Sündermann. Mittendrin Center-Managerin Margaret Stange-Gläsener. Grund: Die kürzlich begonnene Markierung der für Radfahrer reservierten Bereiche des Weges vor ihrer Tür wird fertiggestellt: Auf den schmalen Streifen rund um ihr Center künden jetzt weiße Piktogramme davon, dass hier Platz für Radfahrer ist.

Eine wahre Ballung von Radfahrsymbolen - eine Art Fahrradcorso also - gibt es an den besonders stark frequentierten Stellen. Diese befinden sich vor den Eingängen in das Einkaufszentrum. Dennis Richter sagt: "Das Auftragen eines solchen Piktogramms geht recht fix." Rund eine halbe Stunde muss die frische Farbe der Markierung trocknen.

Glaskügelchen sorgen für die gute Reflexion

Damit allerdings ist die Arbeit noch nicht erledigt. Damit die Symbole auf den Bodenplatten nämlich richtig gut zu erkennen sind, werden sie später noch mit einem Pulver aus winzigen Glaskügelchen überzogen. Volker Mentzel: "Diese Glaskügelchen sorgen dafür, dass das Licht, das auf die Symbole fällt, gut reflektiert wird." Und das lässt die Zeichen heller erscheinen und macht sie auffälliger - selbst wenn sie an dieser Stelle nun nicht gerade vom gleißenden Licht eines Autoscheinwerfers angestrahlt werden. Das Glasgranulat nennt sich in Fachkreisen Nachstreumittel, und es kommt auch bei anderen Markierungen auf Straßen und Wegen zum Einsatz.

Nachdem der ADFC die Markierung an dieser Stelle angeschoben hatte - die Volksstimme berichtete -, war das Centermanagement schnell mit im Boot und ließ 1000 Euro für die Markierungen springen. Margaret Stange-Gläsener erläutert: "Die Kollegen an unserer Information bekommen immer wieder zu hören, dass es dort vor der Tür zu Konflikten gekommen ist." Der Frau aus dem Einzelhandel geht es darum, dass die Menschen mehr Rücksicht aufeinander nehmen - egal, ob sie als Radfahrer oder Fußgänger unterwegs sind. Und in Eile sind, so die Erfahrung der Centermanagerin, alle.

Grünen-Stadtrat und ADFC-Mitglied Jürgen Canehl grollt in diesem Zusammenhang durchaus ein wenig mit Sicht auf die Gestaltung der Anlage: Aus städtebaulichen Gründen war bei der Neubebauung des Geländes in den 1990er Jahren auf eine deutliche Markierung - zum Beispiel in Form eines roten Fahrradstreifens - verzichtet worden. "Ob die städtebauliche Attraktivität dieser Stelle unter einem roten Radweg und weniger Konflikten zwischen Fußgängern und Radfahrern wirklich gelitten hätte, das wage ich mal zu bezweifeln."

Mit der Markierung jetzt jedenfalls sollen die Gefahrenstellen deutlich entschärft werden, und die erste Einschätzung der Center-Managerin fällt positiv aus: "Einige Besucher des Allee-Centers haben bereits davon berichtet, dass sie jetzt aufmerksamer sind."

Schwachpunkt ist der hohe Wartungsaufwand

Ein Schwachpunkt der Markierungen ist im Gegensatz zu rot markierten Radwegen allerdings der Pflegeaufwand. Tiefbauamt-Mitarbeiter Marcel Sündermann meint: "Es kommt immer ein bisschen auf die Belastung der jeweiligen Piktogramme an. Aber an Stellen, an denen besonders viele Radfahrer und Fußgänger unterwegs sind, kann es schon einmal passieren, dass ein Piktogramm innerhalb eines Jahres bereits erneuert werden muss." Klar - ein schmutziges Grau würde die Aufmerksamkeit weniger auf sich ziehen, zudem heißt es im Paragrafen 39 der Straßenverkehrsordnung im Absatz 5 unter anderem: "Markierungen und Radverkehrsführungsmarkierungen sind Verkehrszeichen. Sie sind grundsätzlich weiß."

Sinnvoll, so Mario Peine vom ADFC, wären die Piktogramme auch an vielen anderen Stellen in der Stadt. Und Vereinskollege Siegfried Schulz ergänzt: "Wir haben da eine ganze Reihe von Orten im Blick und werden die Stadtverwaltung gern mit weiteren Vorschlägen versorgen."